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Sonne in der Nacht

Es gibt eine Sache, die mir zu hundert Prozent den Schlaf zu rauben weiß.
Wenn es hell ist. Egal ob es elektrisches Licht ist, das irgendwo brennt (ich habe mir schon überlegt, mir ein Schießdingens zu organisieren und die Laterne mit dem Bewegungsmelder abzuschießen, die – am Anfang des Laubengangs – direkt unter meinem Schlafzimmerfenster steht), oder das hier:

Und nicht nur mir. Der Hund schläft dann auch nicht. Was nur indirekt mit dem Mond zu tun hat. Das macht er auch so mal: Er steht bisweilen neben meinem Kopf auf dem Kissen und hypnotisiert mich. Oder, wenn ich auf dem Rücken liege, auf meiner Brust. Schwanzwedelnd. Was ich, wenn es dunkel ist, nicht sehen, aber, durch die durchs Wedeln übertragenen Vibrationen, spüren kann. Erstaunlich, was für ein Beben so ein kleiner Hund auslösen kann. Da hilft dann auch kein „Chewie, bitte! Jetzt nicht, es ist mitten in der Nacht“. Nö, da hilft nur ignorieren. Zeigt man sich nämlich wach, bittet das Tier jiepend um Beschäftigung. Uhrzeiten sind ihm egal.
Wenn zum Hund, der des Nächtens meint, es wäre Zeit aufzustehen, noch der Vollmond kommt, könnte ich zum Werwolf werden. Würde ich in dem Moment auf dem falschen Fuß erwischt werden. Wenn dann noch Mücken dazukommen, die nicht nur hungrig surren, sondern auch stechen, und man sich abwechselnd oder zeitgleich den linken Fußknöchel (Außenseite), das linke Handgelenk (Innenseite), den rechten Handrücken und die rechte Kniekehle kratzen oder an der Matratze schrubbern muss, dann …
Nein, ich habe letzte Nacht nicht geschlafen.