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Doppelt passend

Das erste echte Buch, das ich las, war Eric Malpass‘ „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“. Ich war wohl acht oder neun Jahre alt, auf Ferienbesuch bei Oma Thea und ich lag mit Malpass in ihrer Stube (Oma Thea und Opa Richard hatten getrennte Stuben, schliefen aber in einem Schlafzimmer) auf dem großgemusterten, groben Verlourssofa mit einem Muster, das man in den Siebzigern mehr an Wänden, als auf Sitzmöbeln fand. Mein Sessel jetzt Zuhause hat ein ähnliches Muster, nur ist meiner schwarz-weiß und nicht braun-beige, wie ihre Garnitur war. Aber das nur als unwichtige Zusatzinformation und auch nur, weil ich es gerade feststelle.

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Bevor Gaylord Pentecost wach wird, denn es ist ihm herzlich egal ist, dass der Rest der Familie eigentlich gerne länger schlafen möchte. Er nervt so lange, bis alle wach sind.

Der Kapitän tauft ja nun nach und nach alle Federviecher um sich herum. Nachdem die Spechte jetzt die Namen Redhat und Whisler tragen dürfen, bekam ich gestern Abend eine Whatsapp-Nachricht: „Der schwule Pfau heißt Gaylord.“

So. Gaylord also. Gut. Aber irgendwie fand ich das allein zu sehr auf seine offensichtliche sexuelle Ausrichtung weisend und somit beschloss ich, dass ich meinem kleinen Kindheitshelden auch noch flux seinen Nachnamen klaue.
Gaylord Pentecost, das passt im doppelten Sinn. Denn der kleine Herr Pfau ist nicht nur schwul, er nimmt auch ebenso wenig Rücksicht auf das Schlafbedürnis seines Umfeldes, wie der kleine Gaylord. Wenn der Herr Pfau wach ist, haben es alle anderen auch zu sein. So toll und schön das mit den Pfauen ist, länger als bis sechs Uhr schlafen ist nicht mehr drin. Punkt. Es wird gehupt, getrötet und gerufen und geschrien, dass Taube hörend werden.

Also darf ich vorstellen: Gaylord Pentecost.

Der Unscharfe im Hintergrund ist Gaylord, ist klar. Amadeus wollte nur endlich auch mal wieder mit auf ein Foto.