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Home sweet home

Naja. Nicht wirklich Zuhause, sondern dreihundert Meter weiter, hinterm Hausstrand, in Falshöft.
Auf die Gefahr hin, die Leserschaft mit Strandfotos irgendwann zu nerven. Dieser Fotoeintrag erfolgt auf Wunsch eines einzelnen Herrn.

Die Saison ist zwar offiziell noch nicht ganz zu Ende, aber die leeren Strände sind Vorboten der einkehrenden Ruhe. Das ist gut so.
Der Geruch von Algen und Brackwasser liegt schwer in der Luft. Ab und an weht einem eine Prise Kamille in dir Nase. Die Lippen schmecken nach Salz, wie nur im Herbst nach Salz schmecken.
Irgendwer hat ein Paar Kinderschuhe vergessen. Die Besitzer werden schon abgereist sein. Stumme Zeugen von viel zu viel Trouble.
Der Hund ist glücklich seine Strände wiederzuhaben.
Ich auch.

Unverhofft kommt gar nicht so oft, aber wenn … dann!

Alles, was Masten hat, hat eine magische Anziehungskraft auf mich.
Unter ihnen ist meine Seelenheimat. Dieses leichte Schaukeln, wenn man das Boot festgezurrt hat. Das Klappern der Wanten. Das beruhigende „Plong“, wenn das Wasser leise gegen den Rumpf klopft. Wie die Luft unter Deck feucht und schwer wird, wenn man den Wasserkessel anmacht, um sich einen Kaffee zu kochen … Wie ich das vermisse und oft werde ich wehmütig, wenn ich am Hafen entlang spaziere. Das tue ich fast jeden Tag. Mal freiwillig mit dem Hund. Mal, weil es eben mein Arbeitsweg ist.
Heute wurde ich auf dem Nachhauseweg dann überrascht. Hatte ich gestern die Klassiker um eine Nasenlänge verpasst, lag da heute Großsegler an Großsegler.
Was für ein Bild. Von der Arbeit aus zum Hafen sind es drei Minuten.
Mein Nachhauseweg, eine (jaja, ich wusste nicht, dass die da liegen, sonst hätte ich die Cam dabei gehabt!) Handyfotolovestory:

Vom letzten Foto an, sind es dann noch mal drei Minuten, und ich bin Zuhause. Von oben, aus dem Bad, kann ich sie noch sehen, die Spitzen einiger Masten der ganz großen Pötte.
„Willste da mitfahren?“, fragte der Kapitän, als ich ihm die Bilder auf sein Handy schickte. Hach! Sicher wäre noch irgendwo Platz, ich bin ja nicht so groß und bei Hand gegen Koje, da geht immer was. Aber das spare ich mir für die nächste Kieler Woche auf.
Vorfreude ist bekanntlich die beste Freude.

Ich schätze mich wirklich glücklich, da sein zu dürfen, wo ich bin, und bin dankbar für all das hier. Auch für den Kapitän, der immer genau weiß, wozu ich Lust hätte.