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Wanderwege

Luftlinie, von meiner Haustür nach Arnis, sind zwei Kilometer. Der normale Weg dorthin beträgt knappe fünfeinhalb, der über den Wanderweg ist dreieinhalb Kilometer lang. Letzterer führt an der Schlei entlang und sollte unser heutiger Mittagsspaziergang werden.
Ich sah aus dem Fenster. „Wenigstens isset trocken.“
Trocken und nicht zu heiß, was gut ist, weil Monsieur le Havaneser sonst die Flügel streicht. Mittags gingen wir los. Eine gute Zeit, weil mittags nicht allzu viele Touristen den Wanderweg fluten.
So dachte ich, so war es auch. Zumindest, was den Hinweg angeht. Der Rückweg war ein Fahrradslalom. Wann immer es hinter uns klingelte, wies ich den Hund rechts neben mich und blieb stehen. Freundlich flötete ich jedem Vorbeifahrenden ein „Moin auch, und bitte, gerne!“ hinterher. Egal ob man sich nun dafür bedankt hatte (ca 60%) oder eben nicht (40%), dass ich den nur einen knappen Meter breiten Weg freimachte. Manche Touries. Echt jetzt mal! Die ziehen eine – sorry – Fresse, da fällt mir nichts mehr zu ein.

Arnis zeichnet sich wodurch aus? Durch schöne Türen in nicht minder schönen Fischerhäusern, durch mit Segelbooten dekorierten Fenster, und am meisten dadurch, dass es von der Schlei umgeben und mit nur knapp dreihundert Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands ist. Dazu gibt es dort mehr Segelboote als Häuser. Mehr gibt’s da nicht. Außer vielleicht noch Heerscharen von fahrradfahrenden Touristen. Ansonsten gibt es dort echt nichts. Nix. Absolut gar nichts. Trotzdem ist es schön und ich mag es.


Der Hund auch. Er möchte, so hat er mir gerade gesteckt, wieder zu der netten Fischbrötchenverkäuferin. Da gab es für mich ein Forellenbrötchen (drei Euro) und drei große Hundekekse für den Hund (umsonst).
Brav machte das Tier durchgehend Männchen und sah mir jeden Bissen Fischbrötchen in den Mund. Drei Happen bekam er ab. Zu den Hundekeksen, ist klar, und er machte immer noch Männchen, als ich längst fertig war. Was die nette Fischbrötchenverkäuferin zum Anlass nahm, zu uns zu kommen. Mit noch mal drei großen Hundekeksen und einer halben Handvoll Krabben. Die Frau erkennt absehbar unter Tausenden wieder.
Wenig spektakulär von der Optik her, dafür saulecker.

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Der Kapitän hat mal in Arnis gewohnt. Vor einem guten viertel Jahrhundert, für eine Miete von einem Appel und einem Ei.
Was es heute kostet, dort zu wohnen, möchte ich nicht wissen und weil der Arnisser darüber auch lieber schweigt, stand bei diesem Angebot auch kein Preis bei.

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Dass man in Arnis zwangsläufig direkt an der Schlei wohnt, muss ich nicht erwähnen …