Well done?

Kann mir mal jemand die Welt erklären?
Putin spielt in Syrien seit Jahren mit Krieg, warnte Amerika davor, „einseitig“ einzugreifen und quakt nun rum, dass Trumps Angriff das Verhältnis zwischen Russland und den USA signifikant zerstört habe, weil Trump nicht auf ihn hörte.
Putin darf also machen, was er will, und alle anderen müssen zusehen. Egal ob es um die Krim geht, oder um Syrien.
Ich kann all das nicht verstehen.
Als Trump vor zwei Tagen ankündigte, er würde im Zweifel im Alleingang reagieren, und alle Politologen und Journalisten sich einig waren, dass Trump nur Schaum schlägt, dachte ich noch “ … da wäre ich mir nicht so sicher.“
Immerhin hat er bisher versucht zu halten, was er ankündigte.
Nein, Trump ist mir kein Mµ sympathischer. Sein Standing zeigt nur, wie gefährlich er wirklich ist. Nichtsdestotrotz muss ich zugeben, dass ich denke (fühle), dass es Zeit wurde einzugreifen. Sechs Jahre Diplomatieversuche Assad betreffend haben genau was gebracht?
Wenn Narzisten sich an Narzisten messen und Größenwahnsinnige sich mit Größenwahnsinnigen anlegen. Hm.
Oder wie Jule schrieb: „Bleibt zu hoffen, dass Putin die Füße stillhält.“
Es ist ein zweischneidiges Schwert; aber macht sich der Westen nicht mitschuldig (noch mitschuldiger), wenn er weiter nur zusieht? Wir alle nur weiter zusehen. Deutschland eingeschlossen.
Ich weiß nicht, was ich denken soll. Die Bilder der Folgen des Giftgasangriffs machen so wütend, traurig und hilflos. Wer kann am Ende noch sagen, was richtig und was falsch ist?
Ich bin froh die nächsten Tag weg von Fernseher und Internet zu sein. Nichts reden, nichts hören, nichts sehen.

Öhm.

Ich wollte heute früh den Neuen bestücken. Kofferraumwannen und meine Notlösung gegen unbequeme Sitze. Ich glaube, ich erwähnte es schon, das ist das Manko bei dem Wagen. Ohne Notlösung nichts für Rückenkranke.
Und ich wollte zur Tankstelle fahren. Mein Autokaufberater hatte mich gestern angerufen und gesagt: „Mutter, mach bitte Luft drauf. Der Wagen steht seit drei Monaten, du hast innen einen Standplatten. Vorne 2,6, hinten 2,5 bar und damit fährst du dann 500 Kilometer, bevor du den Druck wieder rausnimmst.“
Ich ging also autoschlüsseldrückenderweise über den Hof.
Nichts. Ich drückte nochmal und nochmal und nochmal.
Nichts, nichts, nicht.
Während ich manuell aufschloss, ahnte ich böses. Also startete ich den Wagen, respektive wollte ich ihn starten.
Tot.
Glücklicherweise war ein Mann in der Nähe, Der Nachbar, der nur ein Wochenendnachbar ist. Zufall sei dank, dass er sich an einem Donnerstag hier rumtrieb.
Nein, ein Starthilfekabel hatte er nicht, aber ein Powerpack.
Nun saßen zwei Doofe da und mussten erstmal die Batterie suchen, die sich am Ende im Fußraum des Beifahrersitzes fand.
Rot auf Plus, Schwarz auf Masse, das war das Einzige, was wir beide wussten.
Nichts passierte. Ich dann so: „Ich meine mich zu erinnern, dass man zwei Minuten warten soll, ehe man startet.“
So stand es am Ende auch in der Betriebsanleitung, nutze aber nichts, weil das – voll gelandene – Powerpack den Diesel nicht beeindrucken konnte.
Während der Nachbar überlegte, sah er etwas nicht Unrelevantes: „Glimmt deine Parkleuchte?“
Ich so: „Nö“
Er so: „Doch, guck doch mal.“
Sie glimmte.
Ich den Blinkgeber hoch und runter und hoch und runter. Es tat sich nichts, das linke Parklicht glimmte weiter bescheiden vor sich hin.
Ich so: P.A.N.I.K.!
Fehler in der Elektrik, gleich bekomme ich noch einen Kabelbrand oder so.
Also den ExLieblingsautoverkäufer angerufen und erzählt.
Er so: „Du musst Licht angelassen haben.“
Ich so: „Neiheinen. Das Parklicht brennt aber und geht nicht aus.“
Er so: „Dann guck, dass du den ankriegst, und wenn das weiter so ist, bring ihn her.“
Zum „guck, dass du den ankriegst“ rief ich beim ADAC an.
Eine Frauenstimme: „Guten Tag, hier ist der ADAC, mein Name ist Frau Dingens, was kann ich für Sie tun?“
Ich so: „Mein Name ist Jane Blond, ich bin betrübt, und Sie können bitte mein Auto bitte wieder zum Laufen bringen.“
Der Gelbe Engel ließ nicht lange auf sich warten und begrüßte mich mit den Worten: „Na, was hast du kaputt gemacht?“ (In echt, hier wird man generell geduzt und so getan, als kenne man sich tausend Jahre)
„Gar nichts, er springt nicht an und das Standlicht glimmt, obwohl ich schon hundert Mal den Blinkgeber betätigt habe.“
Er sah das Auto an, dann mich, dann wieder das Auto, tätschelte milde lächelnd meine Schulter und sprach: „Das kriegen wir wieder hin.“ Er winkte mich gen Fahrersitz: „Guck mal -> der Kleine hier hat das Standlicht da und nicht am Blinkgeber.“
Müde ließ ich meine Stirn gegen das Auto sinken, und fand das Ganze erst nicht mehr peinlich, als er sagte: „Ich fahre andauernd raus, weil genau das vielen passiert, die einen Wagen dieser Marke zum Ersten mal fahren. Da, wo bei allen anderen Autos LICHT AUS ist, ist hier das Parklicht.“
Was ich nicht mal hätte wissen könne, hätte ich drauf geschaut, weil die Symbole nicht zu erkennen, weil abgegrabbelt sind. Ist klar, näh?
To do jetzt: Den ExLieblingsautoverkäufer anrufen und mich – aus Gründen – entschuldigen, und ihn dann anmeckern, warum er mir das am Telefon nicht gesagt hat, als ich sagte „Das Parklicht geht nicht aus, egal, wie oft ich den Blinkheber betätige.“
Zum Vertragshändler fahren und das Radio entcodetisieren und versuchen die Uhr wieder auf mitteleuropäische Zeit zu bringen. Wie auch immer das geht.
Achja, und Luft „drauftun“ muss ich auch noch.
Man, man, man.

Hat irgendwer die letzten Bilder aus Syrien gesehen?
Wenn nicht, lasst das auch. Ich habe gestern mit mir gerungen, ob ich mir das ansehe, dachte dann aber, dass man das aushalten können muss, schließlich haben die Menschen dort auch keine andere Wahl, als es auszuhalten.
Jetzt werde ich sie nicht wieder los.

Auf der Suche nach dem heiligen Gral

Oder wie ich mich dem Frustshoppen hingeben wollte und nicht konnte.

Hab ich die letzten vier Jahre irgendwas verpasst, oder hat Birkenstock (oder Papillio oder Betula) die Produktion schöner Latschen eingestellt? Ich suche mir einen Wolf. Real wie virtuell.
Entweder einfarbig oder wenn bunt, nur für Kinderfüße.
Sowas hätte ich gerne, oder sowas. Meinetwegen auch die, die oder die oder die.
Bilder gibt es genug, aber folgt man ihnen, heißt es: ausverkauft. Meine sind echt richtig tot …birkis
… und ich gucke schon seit fast einem Jahr immer mal wieder. Nix. Nur noch einfarbig langweiliger Kram. Ein paar Bunte fand ich. In den USA, für sauteuer. Ich bin bestürzt!
Btw: Wenn jemand zufällig ein Paar Birkenstock Kay Waldorf und Statler liegen hat und sie nicht trägt. Ich würde sie in Obhut nehmen.
Echt jetzt mal. Ich kaufe die schon immer alle paar Jahre. Ich hatte noch nie Probleme. Was ist da bitte los?

Der frühe Vogel kann mich mal

Frühst bin ich los, um das neue Gefährt anzumelden.
Nur kurz nach der regulären Öffnungszeit fand ich mich auf dem Parkplatz der Zulassungsstelle ein. Innerlich stöhnte ich schon auf, weil der Parkplatz schon zu so früher Stunde komplett überlaufen war. Vor dem Eingang standen rund dreißig rauchende Menschen. Zu gut gelaunt für Wartende. Die Tür war zu. Ich drehte mich schulterzuckend um.
„Wir haben heute Betriebsversammlung, da haben Sie aber Pech.“
Ich bin ja der Meinung, dass man derlei Informationen auch auf der Webseite kundtun könnte. „Man“ will das auch getan haben. Sagen mir zwei Damen kopfnickenderweise.
„Dann wäre ich nicht hier. Ich habe nämlich geguckt. Da steht nichts!“
Was man mir nicht glauben wollte. Ich habe eben nochmal geguckt. Nein, ich bin nicht blind, da steht nichts.
Ich dachte dann, dass ich halt zum Ableger an der Förde fahre.
Gesagt, getan. Der Parkplatz war gähnend leer und man darf raten, warum.
Die Flensburger waren allesamt in Schleswig, zur gemeinsamen Betriebsversammlung. Ist klar!
Also rief ich den Lieblingsautoverkäufer an und kam mir etwas dämlich vor, weil ich ihn gestern angerufen hatte, dass er mir den Neuen bitte startklar machen möge zu heute Mittag und ich ganz sicher komme.
„Ich kann den Wagen nicht holen heute. Ich kriege ihn nicht angemeldet, die haben alle zu“, sagte ich.
Der Lieblingsautoverkäufer tat kurz das, was ich die ganze Zeit hätte tun wollen. Er stöhnte ein: „Ne, näh?“
Er ist nicht ohne Grund der Lieblingsautoverkäufer. Morgen Früh fahre ich nochmal los zur Anmeldestelle. Abholen kann ich den Wagen nämlich erst abends zwischen halb acht, acht.
„Ich bleibe gerne länger für dich.“
Wenigstens was.
PS: Johann scheint mir doch böse zu sein. Als ich eben auf den Hof fuhr, grummelte irgendwas an den Bremsen. Das hörte sich nicht gut an.

Begegnungen

Manchmal kommen Kunden nur in den Laden, weil sie jemanden zum Sabbeln suchen. Meist sind es ältere, und dann bin ich auch offen, wenn die Zeit es zulässt. Gestern (ab sofort wieder Sonntagsschichten :-/ ) wünschte ich mir, dass echte Kunden den Laden stürmen. Ich war hin und her gerissen. Irgendwie tat der vollbärtige Mitfünfziger mir leid.
Man hat ihm zuhause kürzlich die Waffenschränke aufgebohrt. Naja, nicht man, sondern Uniformierte. „Ich wollte vor 25 Jahren mal Amoklaufen, saß dafür ein und danach Bewährung. Ich saß aber nur länger ein, wegen des illegalen Waffenbesitzes, vor allem das Maschinengewehr fanden die nicht witzig.“ Er erzählte auch, wie genau er sich das gedacht hatte, aber das werde ich hier nicht wiedergeben.
Krank durch Unfall, Koma, arbeitsunfähig, und dann kann man schon mal einen von der Rentenkasse an den Kragen wollen. Kann man?
Er wohne in der Zone, habe sich dort ein Haus gekauft, damals, als er aus der Klinik kam. Mehr Baracke als Haus, aber immerhin.
„Neulich“, da wollte er nochmal eine Reha. Die wurde abgelehnt. Dafür kam er letztes Jahr ein Dreivierteljahr in die Geschlossene. „Die Reha wäre denen günstiger gekommen“, meinte er. Das war wohl, als man wieder Waffen bei ihm fand. Diesmal mit ohne Maschinengewehr, aber illegal war der Rest trotzdem. Wozu er die diesmal hortete habe ich nicht hinterfragt.
Irgendwann kippte mein Innerstes von: „Arme Sau“, auf ich weiß nicht was. Irgendwas zwischen „Herrgott, lass ihn diese Geschichte erfunden haben“, und „Sowas kommt eben von sowas.“ Ich war dezent überfordert.

Tage wie diese. Es gibt Geschichten, die möchte ich nicht hören. Dazu gehören solche, in denen Menschen die irre Idee haben, andere umbringen zu wollen. Und sei es nur im Imperfekt.
Und nein, das ist nicht das erste Mal. Ich muss die meinen nochmal Fragen, ob ich wirklich keine Laufschrift auf der Stirn laufen habe. Ich glaube, die flunkern mich bisweilen an, was das angeht.

Achtung: Buchwerbung

Ich war lange hier! Noch bevor es die Menschen gab. Lange bevor sie versuchten, mich zu kultivieren und zu erobern. Ich wurde verehrt, geheiligt und entweiht. Ich kann Leben schenken und auch Leben nehmen. Ich wurde angebetet und zum Teufel gejagt. Opfer wurden mir dargebracht und Geheimnisse in mir versteckt. Ich war ein Ort des Anfangs und ein Ort des Endes. Was nie wieder auftauchen sollte, wurde mir anvertraut. Mit Gewalt wurden mir Geheimnisse entrissen; die Meisten aber konnte ich bewahren.

Ich bin die Welt in der Welt und bewahre für die Menschen Neugier und die Fähigkeit sich zu wundern. Doch der hat sich im Laufe der Jahrhunderte an mich gewöhnt. Sie haben den Respekt vor mir verloren, und doch bin ich der Ort von Furcht und ängstlichen Träumen. Die Menschen ahnen es, doch ich weiß es. Immer näher rücken die Menschen mir. Doch wirklich erfassen können sie mich nie. Ich bin der Bewahrer von Mythen, Geheimnissen und Schätzen. Ich erzähle die wahren Geschichten.

Es ist an der Zeit die Ohren zu spitzen und sich umzusehen. Zeit für neue Geschichten.

So fein, so dicht, so bildhaft, so grausam. und ein Hauch Mystik.
So einfach kann man eigentlich das neue Buch des Kapitäns zusammenfassen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich es bis jetzt gelesen habe. 10 – 20 Mal waren es wohl, und die Gänsehaut beim Lesen wird nicht weniger. Das ist auch ein Bisschen mein Thema: der Zweite Weltkrieg, Neonazis, Fremdenhass. Verwoben in eine Familiengeschichte. Man kann den Dreck riechen, den er beschreibt und das Elend fühlen.
Keine leichte Kost, aber leicht schreiben kann er halt nicht, der Kapitän. Blödeln ist eher mein Metier.
Auch wenn ich hier vielleicht als befangen gelte … darum halte ich mich auch kurz: Der Roman ist genial und geht nicht nur unter die Haut. Er schlägt auf den Magen und macht die Brust eng.
Wenn ihr Bock auf sowas habt -> Glutwächter
Es lohnt sich wirklich. Heiliges Indianerehrenwort!

Liebster Johann,

du mein treuer Gefährte. Als es bei der letzten Inspektion hieß, dass der TÜV uns scheiden würde, wurde mein Herz schwer. Ich trug fortan Trauer. Jedes Fahrzeug, das der Kapitän vorschlug, redete ich in Grund und Boden. Ich ignorierte dein Scheiden, konnte und wollte mich nicht aufraffen. Auch wenn ich heimlich nach einem deiner Brüder suchte. Auch ihnen geht es ob ihres Alters schlecht und jüngere Geschwister hast du nicht. Dein Scheinzwilling von Renault taugt nichts, er neigt zu Herzproblemen.
Ich war ratlos und frustriert.
Du warst dabei, als Herr Sohn und ich am Dienstag die Autohäuser abfuhren. Du weißt nun auch, dass du gehen musst. Aber dort, wo du nun weiterfahren, andere Menschen durch deine Zuverlässigkeit überzeugen und glücklich machen darfst – auch wenn dein Hintern durch ist, dein Herz wird noch weitere 200.000km schlagen -, ist es mollig. Die Wärme Afrikas wird dir gut tun.
Du kennst auch das Manko des Neuen. Ich saß in dir, während ich laut überlegte, wie ich die harten Sitze rückenfreundlicher bekommen könnte. Du hast deinen Nachfolger auch gesehen. Er ist nicht wesentlich schöner als du. Nur etwas jünger und frei von Hämorriden und Dermatitis. Gerne hätte ich dich behalten, aber … ach, das weißt du doch.
Heute ist der TÜV abgelaufen und schon Dienstag verlässt du mich. Mein Herz ist schwer. Viele Kilometer Autobahn haben wir zusammen abgeritten, gute 25.000 jährlich. Zuverlässig brachtest du mich überall hin. Kein Berg war dir zu hoch, sogar den Klausenpass haben wir zusammen erzwungen. Nicht einmal bist du nicht angesprungen. Nicht einmal hatte dein Herz Probleme. Du warst herrlich undurstig. Ich konnte mich immer hundertprozentig auf dich verlassen. Ja, mein Herz ist schwer und wird noch schwerer werden, wenn ich dich Dienstag in Kiel zurücklassen muss.
Ich werde dich vermissen, mein kleiner Heinz Rudolf Kunze unter den Vierrädern.

johann

Johann der Sanfte ❤ 

 

Die spinnen, die Ösis

Die Maut ist beschlossen. Wir dürfen demnächst bezahlen, wenn wir die Autobahnen nutzen wollen. Ich finde es okay. Zudem war das absehbar. Ich hab da viel früher mit gerechnet. Dann müssen, was mein Dieselchen betrifft , eben 170,-€ investiert werden. Daran ändert sich nichts, wenn ich jetzt heule, zetere und mich bedauere.
Der Mann im Radio brachte mich also auf den neusten Stand, und ergänzte: „Österreich will gegen die Maut in Deutschland klagen!“
Habe ich da irgendwas nicht mitbekommen? Dürfen wir – sollten sie diese Klage gewinnen, wovon wohl eher weniger auszugehen ist – deren Autobahnen dann auch kostenfrei benutzen?
Kann mir bitte irgendwer erklären, was ausgerechnet die Österreicher daran stört? Ich kann ja verstehen, wenn Länder meckern, in denen man kostenfrei die Autobahnen benutzen darf, aber Österreich?