Archiv der Kategorie: Nordic Walking

Sehr geehrter Petrus

Mir ist durchaus bewusst, dass ich Menschen immer wieder darüber belehre, dass sie kein Recht haben, sich nach dem letzten Sommer über das Wetter zu beschweren. Darum bitte ich Sie hiermit, den Eintrag hier als nichtig zu betrachten, und meine Tapferkeit als Entschuldigung anzunehmen.

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Was Möwen können, kann ich auch! Ätsch!

Ich bedanke mich vorab für Ihre Mühe.
Allerfreundlichste Grüße, Jane Blond.

Kneipen für Beginners

Ist Kneipen mit Schuhen eigentlich ebenso gesund, wie ohne?

Es ist ja so, dass es sich am Wellenkamm am besten laufen lässt. Außer wenn vorher Ostwind herrschte, dann ist der Sand auch weiter oben schön komprimiert.
Wars heute nicht, darum lief ich – wiedermal – in direkter Wassernähe. Und – wiedermal – schon bald erwischte mich die nächstbeste Welle. Die Mittwochsdame neben mir nahm es (mich mittlerweile kennend) mit einem Lächeln hin.
Ich schwöre feierlich: Das Wasser war nicht kalt! Naja. Zumindest war es so warm, dass ich die sechs Strandkilometer weiter im Wasser lief. E.r.f.r.i.s.c.h.e.n.d. Irgendwie. Hätte ich die Schuhe nicht tragen müssen – was sich doof macht, wenn man eh schon in jeder Hand einen schwedischen Wanderstab hält -, ich wäre barfuß gelaufen.
So durchnässte Schuhe haben einen entscheidenden Vorteil. Ich musste den Rest des Weges keinen Pfützen ausweichen, wie die Laufbegleitung es musste.
Sollte ich mir diesen Winter – wider Erwarten – eine Erkältung einfangen, fresse ich einen Besen.

Sauwetterfest

Erwähnte ich schon, dass es hier nur zweierlei Wind gibt? Sturm oder gar keinen. Falls ich es noch nicht erwähnte.

„Ich glaube, ich lasse das Laufen heute ausfallen“, sprach der Kapitän gestern.
Orkanboen ließen den Regen waagerecht fallen. Wer denkt, es ist ruhig im Haus am Meer, der irrt. Der Wind drehte den ganzen Morgen schon dröhnend seine Runden drumherum. Wassertropfen wurden laut knallend gegen die Fensterscheiben gepeitscht, und ich saß vor dem Kamin, und war froh, weil ich nun mein für später anberaumtes Laufen auch ausfallen lassen konnte, ohne mir eine Ausrede einfallen lassen zu müssen.
A-püh! Stand der Kerl kurz darauf nicht entgegen seiner Ankündigung in Laufklamotten gekleidet vor mir?
Ich schaute kurz durch die Terrassentür und fragte (eher rhetorisch): „Ist nicht dein Ernst?“
Es war ihm ernst. Ich wies ihn auf das in Deutschland bestehende Vermummungsverbot hin. Dass er „so“ nicht auf die Straße gehen dürfe, und er verhaftet werden würde, so sich zufällig irgendwelche Blauen auf seine Laufstrecke verirrten. Hat ihn nicht interessiert.
Ist er nicht tatsächlich seine dreizehn Kilometer durch die Orkanboen und den waagerecht fallenden Regen gelaufen? Ist er!
Womit ich in Not kam, weil meine bisher zurechtgelegte Ausrede, die klar belegen hätte sollen, warum ich selbst nicht laufen gehen kann, dadurch argumentativ arg dünn wurde. Eine Ausrede, die gewesen wäre: „Du hast es wegen des Unwetters ja auch ausfallen lassen!“
Als er wiederkam überlegte ich kurz, ob ich ihn so angezogen in die Wanne tragen soll, um ihn abzuduschen, und so zu verhindern, dass er alles volltropft. Mach ich mit dem Vierbeiner nicht anders, wenn wir durch Sauwetter gehen mussten, aber ich verwarf den Gedanken gleich wieder. Der Sturm hat ihn zwar Kraft gekostet (er singt dann gerne laut Lieder, die man bei den Fürsvaterlandwanderern grölt) aber er schien mir nicht unwehrhaft genug, als dass ich ihn hätte in die Wanne stopfen können.
Sei es drum.
Mein Problem war ja nun auch ein schlimmeres. Seine Tapferkeit machte meine Ausrede hinfällig. Also ergab ich mich meinem Schicksal.
Und was soll ich sagen? Kaum, dass meine Laufpartnerin vor der Tür stand, war Wind eins Geschichte, und unsere dreizehn Kilometer sahen dann wie folgt aus.

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Armer, tapferer, heldenhafter Kapitän. Das Glück war mit den Faulen gestern. Dass er trotz des Sturms immer noch weit schneller war, als wir später bei Windstille, hab ich ihm dann aber nicht mehr erzählt.

Der heutige Strandlauf war ein Kampf. Gegenwind, durchgängig, mit einer Geschwindigkeit von (laut Internet) 68km/h. Gefühlt müssen das 100km/h gewesen sein. Wie ich sagte, hier gibts nur zweierlei Wind. Heute dann Sturm.
Unterhaltungen unterwegs mit der Arbeitskollegin waren nicht mal schreiend möglich. Wir verwendeten Handzeichen.
Beim Kaffee vorm Kamin hinterher, erzählte sie mir, dass ich in der Zeitung abgelichtet wurde. Man knipste mich, als ich das Foto hier aufnahm. Bin mir sicher, die Zeitung noch nicht weggeworfen zu haben. Aber das mit dem Sichersein, würde ich gerade nicht für bare Münze nehmen.
Leck mich am Arsch, bin ich im Eimer …

Die Schenkel meines Zwillings

Welche Frau träumt nicht davon? Oder würdet ihr euch nicht freuen, würde euch ein Mann – „der Mann“ – Unterwäsche schenken? Schwarz, pinkfarbend abgesetzt und sowas von figurbetonend, das habt ihr noch nicht gesehen.
Mir würde dies Glück jetzt (im zarten Alter von noch eben so vierundvierzig) erstmalig anheim, und (extra für Jule und alle sonst immer nach Bildmaterial lechzenden, geb ich dann mal wieder die Bridget Jones – wobei mir gerade auffällt, dass wir die gleichen Initialen haben, nur andersherum B.J./J.B.) lasse euch alle an meinen unsagbaren Glück teilhaben.

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Romantik ging doch irgendwie anders, oder? Zumindest mache ich nun wohl keine Winterlaufpause.
Wie ich sagte: Die Sache mit den schwedischen Wanderstäben wird eine längere Geschichte.
Btw: hab ich schon von den neuen Spikes erzählt? Zum um die Laufschuhe schnüren, damit ich beim übers Glatteis laufen nicht hinfallen kann, und die guten neuen Sloggilonglongs dadurch wohlmöglich ruiniere.
Ach ja.

Sowas kommt von sowas

Jeden Dienstagnachmittag klingelt im Geschäft das Telefon. Die Arbeitskollegin begrüßt mich dann vom anderen Ende der Leitung aus mit ihrer piepsig, näselnden aber gleichermaßen lauten Stimme: „Gehen wir morgen laufen?“
Dabei dachte ich vor zwei Wochen, dass sie durch ist mit mir und meinem Bewegungsdrang. Was fragt sie mich auch, welche Strecke wir laufen wollen? Ich fand Arnis-rund eine gute Idee. Schöne Strecke. Durch Kappeln, raus gen Arnis (kleinste Stadt Deutschlands, mit nur eben über zweihundert Einwohnern), einmal Arnis umrunden und unten an der Schlei entlang wieder zurück.
Gut, ich war platt danach, aber die Arbeitskollegin, die könnte drei Tage nicht gehen. „Hattest du schon mal Schienbeinmuskelkater? Ohne funktionierende Schienbeine kann man nicht laufen!“, war in etwa das, was sie beim nächsten Aufeinandertreffen sagte. Was die Chefin zum Augenrollen animierte. Ich bin anhaltend der Meinung: Ich bin unschuldig!
Sie weiß noch nichts von ihrem Glück, die Arbeitskollegin. Aber ich denke, wir könnten morgen nochmal Arnis rund laufen, nachdem wir letzte Woche eine Strecke liefen, die sie aussuchte. Auch schön, so oberhalb der Ostsee entlang zu laufen, aber die Strecke ist schon eine Großigkeit kürzer und darum weniger effektiv, als meine.
Effektivität ist ja nun nicht unwichtig. Denn … Feststellung von heute, während ich mich vor der Arbeit durch den Kleiderschrank probierte: Keines meiner Winterkleider passt noch.
Ich glaube, ich bekomme Halsweh. Ich glaube, neue Winterkleider könnten helfen.

My lovely Mister Singingclub …

Herr Totgesagtelebenlänger. So heißt der Mann, der ein Dorf weiter wohnt, und der uns öfters begegnet, wenn wir den Radweg in Richtung Wattsfeldsrunde walken.
„Sechsundsiebzig Jahre alt bin ich alt, und mir ist egal, wenn die Leute mich für spleenig halten“, sagte er neulich, nachdem er uns mit „Hallo ihr Beiden“ begrüßt hatte.
Vor zwei Jahren hatte er einen schlimmen Unfall. Seinen Kindern wurde gesagt, sie sollen sich von ihm verabschieden. „Das wird er nicht überleben können“, hieß es.
Aber er starb nicht, was die Ärzte wunderte.
„Das lag an meiner Konstitution!“, erklärte er uns, und erzählte weiter: „Mein Auto war letzte Woche beim TÜV. Ich bin letztes Jahr fünftausend Kilometer damit gefahren. Mit meinem Fahrrad aber bin ich letztes Jahr siebentausend Kilometer gefahren. Sollen mich doch alle belächeln. Wäre ich nicht so fit, hätte ich den Unfall nicht überlebt. Aber ihr wisst ja, wovon ich rede, ihr seid ja auch immer am Laufen.“
Ich blickte leicht beschämt zu Boden … Lief der Kapitän doch bisher alleine. Bin ich doch erst vor drei, vier Wochen angefangen. Komme ich – wenn ich das hochrechne – auf dreißig gelaufene Kilometer die Woche, was hundertzwanzig im Monat macht, und sollte ich es durchhalten … nur 1440 Kilometer im Jahr sein werden. Gut … es kommen dann – sollte ich es durchhalten – im Jahr noch achtundvierzig geschwommene Kilometer dazu, aber damit kann ich gegen die 7000 Fahrradkilometer eines Sechsundziegzigjährigen trotzdem nicht gegenanstinken.
Respekt, ehrlich!

Kollateralschäden inklusive

Es ist ja nicht so, dass ich keinen Sport-BH hätte. Ich hab schon einen, ich weiß nur nicht, wo der sich derzeit versteckt hält. Also wird zum Laufen (ach herrje, das Blog verkommt mehr und mehr zum Laufblog …) das übliche Modell getragen. Ist ja nicht schlimm, weil es alles hält, was es halten soll, und die bösen Schwingungen halten sich so in Grenzen.
Das Problem, das BH nach BH killt, ist das Auswässern aus den Poren. Ich schwitze, wie ein Schwein, und das kann man nicht schönreden. Das mögen meine BH so gar nicht. Als ich heute die Wäsche machte, und einen der weißen BH in den Händen hielt, wunderte ich mich, was das für braune Ränder auf ihm sind. Keine, wie man nun denken mag, Schwitzränder, sondern viel feinere, wie gemalt. Die eingearbeiteten Bügel halten den Mengen Salzwasser, welchen sie nahezu täglich ausgesetzt sind, nicht stand.
Ich hatte dann einen schwarzen BH zur Hand genommen, und wie erwartet, fanden sich keine braunen Ränder. Zumindest keine Sichtbaren. Was ich aber fand, waren durchgescheuerte Enden, aus denen mich stark verrostete Bügel ansahen. Ist das zu fassen? Die Bügel sind so rostig, dass sie den Stoff des BH komplett durchgerieben haben. Ich schwitze Bescheißerchen nach Bescheißerchen kaputt.
So wandert Folgendes auf meine Todo-Liste: Neue BH kaufen und den sich versteckt haltenden Sport-BH suchen und finden, damit ich dann die neuen Teile nicht auch gleich wieder kaputtschwitze.

Das mit dem Schwimmen scheint auch zu funktionieren, wenn man davon absieht, dass der Kapitän drei Bahnen in derselben Zeit schwimmt, in der ich eine Bahn schaffe, aber ich war ja auch nicht bei den Nichtzumspaßbadern. Ich schwamm also auch heute meinen Kilometer, und tat so, als würde mich meine Lahmarschigkeit nicht stören. Ebenso, wie ich mir einrede, dass es mich nicht stört, dass ich mich in der Schwimmhalle underdrest fühle. Ich war wieder die Einzige, die Bikini statt Badeanzug trug. Kurz beschlich mich heute der Gedanke, dass Bikini in Exkasernenschwimmhallen ein Tabu sein könnten, aber dann dachte ich mir, dass ich meine Problemzonen eh nicht verstecken kann. Die Beinchen sind und bleiben optisch nicht dem Restkörper zugehörig. Alles oberhalb ist durchaus ansehnlich, ich schwöre. Wahrscheinlich sollte ich Zwilling werden. Ich: groß, attraktiv und schlank, mein Zwilling: klein, mit Wurstbeinen und dick. Wir wurden eins, und ich hab die Beine meines Zwillings. Shit happend.
Trotz allem kann ich berichten, dass meine Hosen schlabbern. Leider nicht da, wo sie schlabbern sollten, nämlich eben an den Beinchen. Nö. Ich nehme nur da ab, wo ich eh nix habe, an der Taille, was die Beine meine eigentlichen Zwillings noch wurstiger aussehen lässt.
Bein und Hintern, die wollen bleiben. Dazu ist – obgleich die schlabbernden Büxen das Gegenteil beweisen – kein nennenswerter Gewichtsverlust zu verzeichnen. Außer, man findet knappe 200 Gramm nennenswert.

Dann habe ich heute alles vollgeblutet. Gehöre ich sonst zu den Epilierern, hatte ich gestern keine Lust dazu. Eitel, wie ich dann wohl doch bin, wollte ich „so“ dann aber nicht in die Schwimmhalle gehen. Auch wenn man die Stoppelchen nur spüren, und noch nicht sehen konnte, wollte ich etwas dagegen tun. Rasieren geht schneller, so der Gedanke. Schuster, bleib bei deinen Leisten … Ein ein Euro großes Stück Haut habe ich nun weniger. Komplett abrasiert. Doofe Stelle, so am Außenknöchel. Es blutet seit gestern Abend quasi durchgehend, und ich habe mich heute – nachdem Ich Strickstrümpfe und Laufschuhe durchgeblutet hatte – dann doch verarzten lassen vom Kapitän. Nachdem ich mich erst werte, und meinte, dass da ohne Salbe nix drauf kommt, weil das sonst festklebt, und es spätestens beim Abreißen des Verbandes wieder anfängt zu bluten, und ich darauf bestand, dass keine Salbe im Haus ist. Gut, er muss ja auch mal etwas besser wissen als ich. Da will Frau einmal den Rambo geben …

Aber es gibt auch etwas Gutes zu berichten. Mittwochs laufe ich nun mit der Arbeitskollegin, und das ist gut, weil ich da zur Abwechslung mal nicht zusehen muss, wie ich hinterherkomme. Immerhin.
Nichtsdestotrotz frage ich mich, ob ich auf die Todo-Liste noch den Kauf eines Badeanzugs setzen sollte. Ich meine … Ab einem gewissen Alter scheint man keine Bikinis mehr tragen zu dürfen.

Wochenabriss

Dienstagabend. Kapitän: „Wann wollen wir morgen aufstehen? Um fünf Uhr?“
Ich schaute drein, wie ich immer dreinschaue, wenn mir irgendwas nicht passt: „Ich finde, dass sechs Uhr reicht.“
Am Ende einigen wir uns auf 6:30 Uhr.
Arbeiten musste ich schließlich erst ab Mittag und das einzige, was sonst anlag, war bereits erwähntes Schwimmen. Ich würde wieder wie ein unsportliches Etwas aussehen, soweit meine Befürchtungen, da der Kapitän zu der Nichtzumspaßbadertruppe derer gehörte, die das Vaterland im Zweifel auch zu Wasser zu verteidigen hätten.
Passt irgendwie zur örtlichen Schwimmhalle, die sich inmitten einer leerstehenden Kaserne befindet, die einen glauben lässt, in einer Geisterstadt gestrandet zu sein. Überall Hallen und Wohnblöcke, mit vernagelten Fenstern und einer Natur, die versucht, sich das zurückzuholen, was der Mensch ihr mal geraubt hat. Als Ortsfremder wird man hier nie ein Schwimmbad vermuten. Die Schwimmhalle ist einzige Relikt, das die Schließung der Kaserne überlebt hat. Irgendwie traurig. Und irgendwie sieht man der Schwimmhalle ihre ursprüngliche Bestimmung auch an. Nicht mal der Schleiblick aus der Halle heraus ändert etwas daran, und auch nicht die vier Kunststoffpalmen, deren Anblick die Frage aufwarfen, ob es gewollt ist, dass die vertrocknet aussehen, und falls, warum?
Aber das ist ein anderes Thema. Wir waren also schwimmen, und ich bin tatsächlich einen ganzen Kilometer geschwommen. Was, wie ich finde, gar nicht so schlecht ist, wenn man bedenkt, dass ich Ewigkeiten nicht ernsthaft schwimmen war. Und ich sah nur halb so unsportlich aus, wie befürchtet. Glück gehabt.
Heute Früh … Nachdem ich den Rest der Woche mehr mit Arbeiten beschäftigt war, als mit laufen, hieß es heute genau wieder das.
7:05 Uhr betrat ich das Wohnzimmer. „Laufen?“, wurde ich dort lächelnd begrüßt.
Siehe oben. Ich schaute, wie ich immer schaue, wenn mir irgendwas nicht passt. Also nicht, dass ich nicht zum Schwedenwandern bereit gewesen wäre, aber ich war gerade noch mit dem Wachwerden beschäftigt. Ganze eineinhalb Stunden lang, und das ist eine für mich gute Zeit. Danach liefen wir dann. Respektive, walkten wir.
Es gibt etwas, das mich schon irgendwie in den Wahnsinn zu treiben weiß. Wenn wir unterwegs verschiedener Meinung sind, und el Capitano einfach einen Gang zulegt, und mein Gezeter in den immer kahler werdenden Ästen der Knicks verhallt und ich ihn nach nur drei Minuten nicht mal mehr mit einem Fernglas sehen könnte …
Scheiß Minderwuchs im Fahrwerk, sag ich euch. Halbleere Äste anmotzen schockt nicht. Ich denke darüber nach, ob Schuhe mit Platoeabsätzen oder Stelzen helfen könnten.

Un/Sportliches

In einer Woche das gesamte Profil an den Pads abzulaufen, liegt nicht etwa an minderwertigem Material, sondern am täglichen laufen. Und meine Pads sind runter. Blank wie ein Babypöscher. Da ist nix mehr.
„Guck dir die Pads nicht an, lauf“, bekam ich zu hören und brachte kurz darauf ein wortwörtliches Fallbeispiel, dass blanke Pads irgendwie schon relevant sind, und keine Ausrede, für ein erhofftes Ausfallenlassen.
„Huch“, hieß es dann, „sauber abgerollt. Ich wollt noch rufen, dass du nicht auf die Hände fallen sollst. Chapeau.“ ***
War mein einige Jahre andauernder Ausflug in verschiedene Kampfkunst-Sportarten also doch nicht völlig unnütz. Denn der Satz, den ich machte, als ich mir den linken Stab (in Ermangelung jedweden Profils) zwischen die Beine schob, war nicht ohne.
Weil das so glimpflich ausging, durfte ich dann auch das ganze Wattsfeld umrunden, und schaffte es in persönlicher Bestzeit von nur siebzig Minuten, statt der vom Kapitän prognostizierten neunzig.
„Sind deine Beinchen gewachsen, oder woher kommt das Tempo?“, fragte der Kapitän, als ich an ihm vorbeizog und ihn abhängte. Was ich natürlich nicht tat, aber es liest sich irgendwie gut und schöner als der wahre Grund, warum er kurz zurückbleiben musste.
Das Nächste, was ich von ihm hörte, als er mich wieder eingeholt hatte, war ein lachendes: „Du siehst von hinten aus wie ein Heinzelmännchen, so wackelst du mit den Hüften und dem Kopf, und wie die Mütze dabei wippt …“
Wer den Schaden hat, musste noch nieundnimmernicht für den Spott sorgen.
Tja. Und damit das hier nicht zum Walking-Blog verkommt, und weil das ein guter Ausgleich sein soll, darf ich ab Mittwoch schwimmen gehen.
Die Frage nach „was hältst du eigentlich von Rudern oder Bogenschießen“ ließ ich einstweilen unbeantwortet im Raum stehen.

*** Ich bin dem Kapitän mehr als einmal genau vor die Füße gefallen, in den letzten vier Jahren. Auf dem Boot ausgerutscht, die Treppe runtergefallen, und was Frau noch so bringt, wenn die Füße ihr nicht gehorchen. Sein Gesichtsausdruck ist es jedes Mal wert, hingefallen zu sein. ich schwöre.