Archiv der Kategorie: Gezwitschertes

Nanü!

WhatsApp-Nachricht am Mittag: Wo ist dein Blog?
Ich war auf Arbeit, woher sollte ich das wissen?
Also guckt Frau nach Feierabend, und siehe da. Da hat ihn doch irgendein Schweinehund auf privat gesetzt. Da ich gestern spät am Abend noch mit dem Handy hier drin war, hab ich wohl – altersweitsichtig wie ich bin – irgendwas verstellt. Unwissentlich.
Passiert …
Heute kann mich nichts schrecken. Auch wenn ich mich frage, warum der Schornsteinfeger immer (nein, er meldet sich nicht an, weil er weiß, er darf immer rein) dann kommt, wenn ich dem Haus tags vorher eine Komplettreinigung habe zukommen lassen, wovon nach seinem Weggang wenig bis nichts mehr zu erkennen ist. Ruß oben, Ruß die Treppe runter, Ruß in der Küche, Ruß im Flur. Was solls. Schornsteinfegetage sind Glückstage. Ich bin halt abergläubisch. Weswegen auch Schwalbennest Nummer zwei im Fenster hängen bleiben darf. Echt, ich hatte so viel Pech im Leben. Ich lebe lieber mit Fenstern, die ich nicht öffnen kann (linkes Badezimmerfenster) oder die ich nicht schließen kann (linkes Bürofenster), als Unglück zu riskieren. Wen stören da schon ein paar Gerstenhalme und verspeicheltes Erdwerk in der Gardine. Mich nicht. Und sollte es den Kapitän stören, muss er das wegmachen und Pech riskieren. So einfach ist das!

Birth Garden

Ich könnte heute erzählen, wie oft ich mir mit dem Hammer auf den Daumen gehauen habe, und wie der nun aussieht. Oder wie oft mir Worte, wie „verfickte Scheiße“, aus dem Mund fielen. Tue ich aber nicht.

Wir haben hier Erdbebenspatzen. Die sind teilweise so fett, dass alles wackelt, wenn sie hüpfen. Gefiederte Billardkugeln. Die müssen dann auch unten bei den Pfauen fressen, weil die nicht in den Vorgarten passen …

Edit: geile Überschrift. Ich mag die Wortverschlimmbesserung vom Apfel.

Die Kücken sind los

Und ich bin über alle Maßen entzückt. Lange haben wir darauf warten müssen, dass die Pfauendamen ihren Nachwuchs vorstellen. Die Erste zeigte ihn nun und der Brut dabei gleich den Futterplatz im Kapitän`schen Garten.
Sind die nicht herzallerliebst?

Diese Minikrönchen, auf diesen Miniköpfchen … hach!
„Drei auf einmal, so viel hat eine Henne allein noch nie durchgebracht hier“, kommentierte der Vorarbeiter des Baronen den Familienausflug. Demnach, was ich mittlerweile über Pfauen weiß, wird der Bombensommer für diesen Erfolg mitverantwortlich sein. Viel Regen ist für Pfauenkücken gerade in den ersten drei Monaten nahezu tödlich, belas ich mich. Viel Regen hatten wir sehr wenig.
Mal schauen, wann die anderen vier Damen ihren Nachwuchs präsentieren, und ob das trockene Wetter ihnen auch dabei half viele viele viele Kücken durchzubringen.
Dann dürfte es absehbar eng und laut im Garten werden, weil dann keine acht Pfauen Futter fordern, sondern (nehme ich drei durchgebrachte Kücken pro Henne als Grundlage) dreiundzwanzig.
Ups.
Der arme Nachbar. Der wird dann ganz schön dicke Backen bekommen, vom vielen Blasrohr blasen müssen.
Apropos Federvieh.
Heute musste für Nachschub gesorgt werden. Erst auf die letzte Tasse hin, löste ich vorhin Fett auf, was so viel heißt, wie: Es hängt kein Futter mehr im Baum. Das erste Mal, dass eine solche Nachlässigkeit meinerseits passierte. Was ich bitte wohlwollend zur Kenntnis genommen wissen möchte. Jetzt gibt es leider einen Specht, der erst die Birne und dann den Apfel nach Futtertassen absuchte, und nun – ungläubig starrend und offensichtlich verzweifelt – in der Birne hockt, und dorthin starrt, wo sonst seine Tasse hängt.
Tut mir leid, Redhat (ich glaube zumindest, dass es Redhat ist. Ich kann die nicht so auseinanderhalten, wie der Kapitän es kann, zumal sich die Anzahl der zu versorgenden Spechte mittlerweile – Dank eines nicht minder erfolgreichen Geleges – mehr als verdoppelt hat. Waren es erst zwei, später drei, sind es nun sechs oder sieben, oder so …), nächstes Mal koche ich Nachschub, bevor die letzte Tasse leer ist. Versprochen.
Nun muss der Arme noch warten, bis das Fett wieder fest ist, damit ich die Tassen aufhängen kann.


Ich hoffe, er wird mir zwischenzeitlich nicht verhungern, der Specht. Ich wüsste nicht, wie ich das el Capitano erklären sollte …

Doppelt passend

Das erste echte Buch, das ich las, war Eric Malpass‘ „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“. Ich war wohl acht oder neun Jahre alt, auf Ferienbesuch bei Oma Thea und ich lag mit Malpass in ihrer Stube (Oma Thea und Opa Richard hatten getrennte Stuben, schliefen aber in einem Schlafzimmer) auf dem großgemusterten, groben Verlourssofa mit einem Muster, das man in den Siebzigern mehr an Wänden, als auf Sitzmöbeln fand. Mein Sessel jetzt Zuhause hat ein ähnliches Muster, nur ist meiner schwarz-weiß und nicht braun-beige, wie ihre Garnitur war. Aber das nur als unwichtige Zusatzinformation und auch nur, weil ich es gerade feststelle.

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Bevor Gaylord Pentecost wach wird, denn es ist ihm herzlich egal ist, dass der Rest der Familie eigentlich gerne länger schlafen möchte. Er nervt so lange, bis alle wach sind.

Der Kapitän tauft ja nun nach und nach alle Federviecher um sich herum. Nachdem die Spechte jetzt die Namen Redhat und Whisler tragen dürfen, bekam ich gestern Abend eine Whatsapp-Nachricht: „Der schwule Pfau heißt Gaylord.“

So. Gaylord also. Gut. Aber irgendwie fand ich das allein zu sehr auf seine offensichtliche sexuelle Ausrichtung weisend und somit beschloss ich, dass ich meinem kleinen Kindheitshelden auch noch flux seinen Nachnamen klaue.
Gaylord Pentecost, das passt im doppelten Sinn. Denn der kleine Herr Pfau ist nicht nur schwul, er nimmt auch ebenso wenig Rücksicht auf das Schlafbedürnis seines Umfeldes, wie der kleine Gaylord. Wenn der Herr Pfau wach ist, haben es alle anderen auch zu sein. So toll und schön das mit den Pfauen ist, länger als bis sechs Uhr schlafen ist nicht mehr drin. Punkt. Es wird gehupt, getrötet und gerufen und geschrien, dass Taube hörend werden.

Also darf ich vorstellen: Gaylord Pentecost.

Der Unscharfe im Hintergrund ist Gaylord, ist klar. Amadeus wollte nur endlich auch mal wieder mit auf ein Foto.

❤❤❤

Fresssäcke

Ich habe gekocht. An für sich nichts Außergewöhnliches, wäre es nicht so arg fettig gewesen und hätte der Fett verweigernde Kapitän das nicht gut gefunden.
Die Meisenknödel waren mal wieder aus. Mittlerweile picken die beiden Spechte einen dieser Riesenknödel täglich weg.
Da alle meine die-kommen-auch-ohne-derartig-viel-Zufüttern-aus-Predigten im Nichts endeten (das ist wie diese Nein-es-gibt-keine-Pflanzen-mehr-weil-der-Garten-übervoll-ist-Diskussionen, da geht er dann nämlich alleine los und vergräbt Blümerantes in meiner Abwesenheit, in der Hoffnung, ich würde Neues nicht bemerken …), dachte ich um.
Herrn Google gefragt und er wusste mal wieder Rat. Meisenknödel selbst machen for Beginners.
Ich las eben übers Rezept und los ging es.
2kg Kokosfett. Ungesalzen, wichtig.
3Liter Vogelfutter. Schätzungsweise. Ich habe drei Schüsseln aus dem Sack geschaufelt. Das Futter aus dem Futterhandel, weil das Billige aus dem Supermarkt zum Schimmeln neigt, also auch wichtig.
500g kernige Haferflocken
500g zarte Haferflocken
Fett schmelzen (nur schmelzen, nicht kochen), restliche Zutaten unterrühren und dann ging der Ästhet mit mir durch, ist klar. Dazu hatte ich keine große Lust mir die Finger beim Knödel rollen fettig zu machen. So ging ich den Porzellanbestand durchforsten und siehe da. Tassen en Gros. Ich habe Draht zu Schlaufen gebunden und an den Henkeln der Tassen befestigt, dann die Fettfutterpampe in die Tassen verteilt (die Menge reicht für zirka dreißig Tassen) bin dann kurz im Knick verschwunden, Äste sammeln und so. Die habe ich auf gute 15cm gekürzt und mittig in die Tassen, in die nicht weiche Masse, gesteckt. Alles mit einem Teelöffel angedrückt und et voila …

Jaja, wieder nur ein mäßiges Handyfoto. Ich gelobe Besserung. Irgendwann.

Nicht dass irgendwer auf die Idee kommt, dass man mit dreißig Tassen länger hinkommt. Die fallen darüber her … Unglaublich.

Der Knecht vom Specht

„Habt ihr keine Meisenknödel mehr?“, rief ich heute vormittag der Vogelfutterverkäuferin unseres Vertrauens quer durch den Tiernahrungsladen entgegen. Sie schüttelte den Kopf und antwortete: „Mit etwas Glück kommen die morgen Mittag.“
„Bis dahin sind die Spechte verhungert, glaubt man ihrem Gezeter.“, wollte ich eigentlich nur denken, sprach es aber aus. Der Kunde vor mir an der Kasse sah mich ungläubig an. „Spechte füttern mit Meisenknödeln?“
„Aber sicher“, klärte ihn die Verkäuferin auf und er lauschte ihrem ornithologischen Wissen.
Weil es keine Knödel gab, griff ich zu den ‚Pickhölzern‘, und der nun wissende Kunde neben mir, tat es mir gleich. „Das wird meinen Vater freuen, wenn wir damit die Spechte direkt ans Haus locken können.“
Wenn er wüsste … Einmal angefüttert, werden aus schüchternen und eher ängstlichen Spechten nämlich fordernde, die im Halbstundenrhythmus nachschauen, ob das leere Netz des letzten Knödels noch immer am Baum hängt. Ist dem so, wird lauthals gemeckert, und nein, das hört auch nach Tagen nicht auf. Einmal damit angefangen, bestehen die auf ihr Spechtrecht.
Apropos Anfüttern.
Der Schwule unter den Pfauen kommt neuerdings pünktlich wie die Maurer. Allabendlich gegen 20.45Uhr steht er trödend und/oder hupend und/oder schreiend auf der Terrasse und auch er fordert dann sein Recht. Was so aussieht, dass der Herr Kapitän aufzustehen und mit der blauen Tupperschüssel bewaffnet zum Pfau zu kommen hat. Klickertraining for Beginners, oder so. Der Kapitän gehorcht selbstredent, und streut puttputtputtend die Körnchen vor des Pfaus Schnabel.
Fraglich bleibt am Ende, wer hier wen trainiert und wer wem aus der Hand frisst.