Archiv der Kategorie: Gedachtes

Ja ne, ist klar!

Gegen Homosexualität, pro Familie – Mutter, Vater, drei Kinder, und möglichst die Unscheidbarkeit der Ehe. Nein, wir sind nicht bei der AfD, die ja Ähnliches für uns möchte, sondern bei ihrem Freund.
Das, so hieß es in den Nachrichten, sei das, was Russland gerne hätte. Das stünde in dem gleichen Zusammenhang, der das Gesetz – das ermöglichte, dass Täter zu zwei Jahren Haft verurteilt werden konnten – zurückstufte und häusliche Gewalt nurmehr mit einem Ordnungsgeld bis zu 500,-€ geahndet wird. Nur drei Gegenstimmen gab hierzu es im Parlament. Ich habe nun nicht mitbekommen, wie viele Frauen und Kinder in Russland laut Statistik misshandelt werden, wohl aber, dass es hier jährlich 14.000 (in Worten) vierzehntausend (!!!) Todesfälle gibt; durch häusliche Gewalt. Was gut alle vierzig Minuten eine totgeprügelte Frau bedeutet. Was hingenommen wird. Was man nun sogar mit einem Freifahrtschein belohnt wird.
Willkommen im Gestern und beim „klassischen“ Familienbild mit seinen festgelegten Rollen.
Ein Artikel hierzu aus der Zeit.
Ich bin fassungslos.
Dabei wollte ich eigentlich vom Strandspaziergang erzählen, und dem schissigen Hund, der nicht mehr laufen wollte, weil plötzlich irgendwo draußen auf dem Wasser wieder Übungsmanöver – von denen ich dachte, sie seien vorbei, weil seit Stunden Ruhe war – stattfanden, und er die Salven ebenso doof findet, wie Gewitter oder Silvesterböllerei … und wie er die Steilküste versuchte hoch zu fliehen – was definitiv unmöglich ist -, und nun sauer auf mich ist, weil ich ihn nicht gerettet hab und so. Sorry, Hund. Ich konnte die fünf Kilometer zurück zum Auto nicht in drei Sekunden überbrücken und deine Gedanken, es könnte die Steilküste hoch weniger laut sein … erklär das mal einem hysterischen Vierbeiner.

Brille? Fielmann …

Das meine ich sogar ernst. Mit einem kaum zu übertreffenden Aufwand wird dort die fehlende Sehkraft beäugt und vermessen. Dann – okay, das war weniger gut – wird das mühselig erarbeitete Ergebnis verschlampt, wofür man sich entschuldigte. Es folgen mehrere SMS, dass man das nun gerichtet hätte und ich die Ersatzaugen abholen könnte.

Das taten wir heute. Ich probierte Brille eins und runzelte die Stirn. Bei Brille zwei war.meine Reaktion ebenso verhalten. „Also dahinten gehts“ fuchtelte ich durch den Raum, „da in der Ecke auch noch, aber wenn ich Sie ansehe“, sagte ich zu der freundlichen Brillenverkäuferin, „wird mir schlecht.“ Ich bemerkte meinen Faupax sofort und entschuldigte mich. Die Dame sah schließlich nach allem aus, aber nicht nach einem Brechmittel. „Ist schon okay“, sagte sie, „ich bin das gewohnt, auch wenn es bisher immer nur hieß, dass ich unscharf sei …“

Tja. Und nun muss ich das Brillentragen neu üben. Irgendwer hat mir quasi über Nacht rechts dreißig Prozent Sehkraft geraubt. Passiert wenn man älter wird und aus dem Alter, dass man für Nasenfahrräder gehänselt wird, bin ich deutlich raus. Alles okay also. Jetzt muss nur noch mein Gehirn lernen das Teil zu akzeptieren und mir nicht länger als nötig vorgaukeln, dass der Hubschrauber, der mich sonst nur nach dem zweitem Glas Wein heimsucht, im Anflug ist …

Wenn der Kreis sich schließt

Wir sehen uns als Bereicherung. Jeder den anderen. Wie selbstverständlich fällt „mein Bruder – meine Schwester“. Nichts fühlt sich fremd an. Heute fährt Drei zu Sieben, die letztes Mal nicht dabei war und deshalb vor sich hinsäuerte und sich den Status eines Einzelkindes aneignen wollte. Ich hatte Zwei die Planung überlassen und irgendwie dachte er nicht an Sieben. Wobei er auch fast Fünf vergessen hätte, von der ich eigentlich dachte, dass sie Sieben mitbringt. Bei so vielen Geschwistern kann es schon mal passieren, dass man einen vergisst. Im Februar fahre ich wieder zu Drei und lerne dann auch ihre Mutter kennen. Wobei ich die eigentlich schon kenne, auch wenn ich damals erst sieben Jahre alt war. Sie war besorgt, ich könnte ihr „irgendwas“ verübeln. Mitnichten, sie war arg jung und naiv. Da kann man dem Charme – von dem er immer Unmengen hatte – des alten Herrn schonmal erliegen. Was noch merkwürdig ist, ist das „Papa“ von Drei, wenn wir über den alten Herrn reden. Rede ich doch seit jeher vom alten Herrn und tue mich mit dem Papa im allgemeinen schwer, war er doch selten als eben solcher da. Für niemanden nicht, auch für Drei nicht. Nachdem wir (fast) alle kreuz und quer durch Deutschland gezogen waren, sind wir großteils wieder im hohen Norden gelandet (ich habe sogar vor gut zehn Jahren in Dreis unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt …) und haben es nicht weiter als anderthalb Stunden Fahrzeit, um den anderen zu sehen. Zwei und Vier ausgenommen, aber die sind wie ich schmerzbefreit, was längere Autofahrten angeht.

Die Ähnlichkeiten sind frappant, was das Ganze noch spannender macht. Die große Frage – was haben die Gene zu verantworten, die Veranlagung in diesen, was die Erziehung – zeigt klar, dass man Gene nicht unterschätzen sollte. Zwei und Vier sind wie eins, und Drei und ich ähneln uns ebenso in unserem Denken und unserem Sein. Drei hat auch diesen nahezu unerschütterlichen Gleichmut, ist weder nachtragend noch rachsüchtig und ist darauf bedacht, einfach nur in Ruhe zu leben, wobei sie ihr Gegenüber auch sein lassen kann, ohne es zu werten. Während Zwei und Vier die mit den „Flausen“ sind, die gerne „ihr eigenes Ding“ machen. Was sie eindeutig vom alten Herrn haben, wenn auch anders und reflektierter als dieser dabei. Auch Sieben ist so, aber ohne die Fähigkeit des Reflektierens. Wobei Fünf und Sechs viel Zickigkeit von ihrer Mutter haben und Acht hier auch außenvor ist, weil er eine komplett andere Erziehung hatte und einfach nur ein mildes Wesen hat, wie seine Mutter. Nichtsdestotrotz ist das Wir-Gefühl bei allen da. Nach einem Monat jetzt, kann ich sagen, dass mir tatsächlich eine Last weggefallen ist. Verfickte vierzig Jahre hatte ich das Gefühl, das da was fehlt. Die Komplettierung – und dann noch in dieser durchweg positiven Art – ist, als würde sich der Kreis endlich wirklich schließen und der Familie als solches eine Chance geben. Etwas, das sich verdammt gut anfühlt. Wir sind nicht nur viele, wir werden ganz langsam ein echtes Wir. Eine Familie zu haben (außer der selbst gegründeten) ist doch nicht so uncool, wie ich immer dachte. Patchwork vom Feinsten.

Ringring

Sie so: „Er hat mir eine Sprachnachricht auf den Hausanschluss geschickt. Ich soll ihn in fünfzehn Minuten vom Bahnhof abholen. Was mach ich denn jetzt?“
Ich so: „Äh. Nein. Der kommt da nicht raus. Ruf da mal an, da macht einer dumme Späße.“
Sie also angerufen. Die Dame am anderen Ende der Leitung – ich wurde mit dem anderen Telefon zum Lauschen in die Leitung gequetscht und hörte: „Der schläft wie ein Stein, aber der Bettnachbar spielt mit dem Telefon.“
So hat Frau Stiefdings am Ende eines doofen Tages doch noch lachen können.
Ich muss mich da wohl bei ihm entschuldigen, wenn er wieder ansprechbar ist. Er war weder bockig noch ungezogen, sondern dabei etwas anderes zu entwickeln.  Etwas wenig witziges. Ich hoffe, dass der alte Herr das Delir jetzt wegschlafen kann und es am Ende nicht noch eine vaskuläre Demenz oder sowas wird.
Leben und so. Merkwürdiges kreuz und quer.
Also alter Herr. Hast du mal auf den Zeitmesser geguckt? Nun Aber! Du weißt ja, mit 66 Jahren und so …

 

 

 

 

Der Kampf mit der Wolke

Früher war alles besser, also vor itunes und Wolkenkram, war Musik hören leichter.

Oder wie das Liedgut dann vielleicht doch irgendwann mal auf meinem PC landet.
Ob es das tun wird, weiß der Geier. Zumindest wird es dann ein harter Kampf gewesen sein.
Der Kapitän hat sie alle. Seine und meine. Ich sollte sie nun auch bekommen, aber itunes hat mir einen langen Finger gezeigt. Ich dann so: Aber ich bin doch berechtigt, schließlich habe ich gut die Hälfte davon bezahlt. Das schert itunes allerdings einen feuchten Kehricht und machte so: „Sie haben das schon auf allen möglichen Endgeräten installiert, das reicht.“
Dann kam die Sache mit der Wolke und sollte die Lösung sein. Ob das nun auch Wolke heißt…  was weiß denn ich. Zumindest suche ich nach ihr. Der Kapitän hat dafür bezahlt, dass ich die Wolke auf meinem Laptop in meinem itunes sehen kann, damit ich seine und meine Musik auch hören kann, und nicht – wie bisher und anhaltend – nur tonlos bunte Cover betrachten muss.
Wobei Letzteres, wenn man das nebenher macht, während man die Wolken sucht, eine spannende Sache ist, zu der man sicher eine interessante psychologische Studie aufstellen kann.
Ich überlege gerade, wer wohl für welches Album verantwortlich war – einiges überschneidet sich in der Tat -, wie es dazu kam, und warum da so überhaupt kein Faden zu erkennen ist. Das eine oder andere erkenne ich wieder und meine, es irgendwann mal im Einkaufswagen gehabt zu haben. Wobei ich wiederum davon das eine oder andere gerne abstreiten und dem Kapitän in die Schuhe schieben möchte.
Entweder hat einer von uns – oder beide – gar keinen Geschmack, oder einen sehr breitgefächerten, oder aber er oder ich oder wir beide sind schizophren. Das geht irgendwie alles nicht zusammen. So gar gar nicht.

 

Warum das Gleiche nicht dasselbe ist

hrk

Ich war zeitig da und hatte wieder den besten aller Plätze. Wieder direkt vor dem Flügel.
Vor einem Jahr, war es anders. Der Faden, der durchs Programm führte, war seichter. So man bei dem Herrn von seicht reden kann. Ein Programm, eine Show, aber an das Zeitgeschehen angepasst. Andere Lieder, andere Texte. Gestern Abend war er kritischer. Sprach von der NSAfD, von der er sich wünschen würde, sie abwählen zu können, so sie jemals an die Regierung käme. Er sprach von Hetze und Hass. Aber auch davon, dass sich ein dummes Volk halt leicht regieren ließe. Er watsche die Regierung ebenso ab, wie Volk und Völkchen. Alle bekamen ihr fett weg, wenn auch die Rechten das meiste. Auch ein gewisser Herr „John“ Trump aus den Vereinigten Staaten bekam das Meerschweinchen gefettet. Darum war die Stimmung anders als beim letzten Mal, aber trotzdem gut. Mir hat es gefallen, hatte ich doch gehofft, dass Kunze den Kunze gibt, seine aktuellen Gedanken einfließen lässt und nicht einfach nur plump das Programm abspult.
Zum Thema passend fehlte auch dies alte Stück nicht, das heute deutlich mehr Bedeutung hat, als 1999.

Für mich ist und bleibt HRK der Meister des Wortes. Das er zu biegen weiß, wie kaum ein zweiter. Wenn ich es nur ansatzweise so könnte … und wenn ich mir sein Pensum für dieses Jahr ansehe – zwei Alben, ein Buch, zwei parallel laufende Touren -; wann schläft der Mann?

Edit: Ergänzend dazu die Kritik aus der SHZ. Stimmig.

Geht doch!

„Das ist die Gräfin“, sagte der alte Herr neulich zu den Krankenschwestern in der Klinik.
Ich so: „Ich bin keine Gräfin.“
Er so: „Noch nicht, ich adoptiere dich und dann bist du eine.“
Ich so: „Man kann seine eigenen Kinder nicht adoptieren.“
Er so: „Mir egal, ich adoptiere dich.“
Ich so: *seufz*
Jetzt ist der alte Herr bockig. Ne. Er ist bisweilen richtiggehend ungezogen. Ist er nochmal mit zwei blauen Augen davongekommen, tyrannisiert er jetzt die helfenden Hände in der Reha, weil er in eine andere wollte. Die ihm bekannte.
Frau Stiefdings rief mich ratlos an. Er mime den Terroristen, ob ich ihm mal ins Gewissen reden könnte.
Es gibt gerade ein Zugpferd. Die sogenannten „Familienschlösser“, zu denen er unbedingt mit Michel und mir will. Der alte Herr hat da zwar Flausen im Kopf und meint, Michel und ich würden jene Anwesen für ihn retten, aber mir ist das gerade egal, Hauptsache ist, wir haben einen Motivator, an dem er sich festhalten kann. Das sagte ich auch zu Frau Stiefdings, die von dem „maroden Mist“ nichts wissen will. Verständlicherweise. Aber Zugpferde sollte man nutzen, wenn man sie hat. Ich wählte also des alten Herrn Nummer und er so: „Hier spricht der Graf.“
Ich so *seufz* und dann so: „Und hier die Gräfin. Pass mal auf. Ich bin eine alte Frau. Solange du nicht wieder auf deinen eigenen Beinen stehen kannst, fahre ich nirgends mit dir hin. Ich habe Rücken und werde einen Scheißdreck tun, und dich durch die Gegend tragen. Du bist nicht blöd im Kopf und auf die Füße kriegen die dich da auch wieder.“
Er so: „Okay, ich sag dann der Schwester bescheid, dass sie mir den Rücken doch waschen darf.“
Wenn Eltern zu Kindern werden …

Sorry, liebes Christkind

Ich hab den ersten Advent verpasst. Einfach vergessen. Mir ist auch überhaupt nicht weihnachtlich. Scheiß Weltschmerz. Scheiß Syrienkrieg. Scheiß AfD. Scheiß Nazis. Scheiß dauerunzufriedene Dummdeutsche. Selbst bei uns, im beschaulichen Angeln, finden sich mittlerweile an Laternenmasten Aufkleber der Identitären Bewegung. Wtf? Nichts ist`s, mit heiler Welt.
Neulich vor dem Laden: Eine behindertes Pärchen. Sie kognitiv eingeschränkt, er augenscheinlich stumm. Sie redet auf eine ältere Dame ein: „Was sagen Sie dazu, dass Angela Merkel uns Behinderte wieder in Heime einsperren will? Dass wir nicht mehr alleine in eigenen Wohnungen leben dürfen? Finden Sie das gut? Merkel muss weg!“ Der alten Dame fehlen die Worte, sie lenkt vom Thema ab, während sich auf der anderen Seite weiter echauffiert wird. Ich arbeite, habe Kunden. Kann nicht vor die Tür und intervenieren. Was ich am liebsten getan hätte. Menschen an ihrer Angst packen, ist zum kotzen.
Woher sie solch krude Geschichten hat, dürften diese Aufkleber erklären. Wenn „normale“ Menschen sich nicht einfangen lassen, dann geht man eben auf Menschen zu, die sich durch Hetze beeindrucken lassen, weil es ihnen woanders fehlt. Wohnen in Sachsen und Mecklenburg eigentlich auch nur kognitiv eingeschränkte Menschen?
Vor zwei Wochen circa war ich in Bergen Belsen. Es ist dort anders, als in Auschwitz oder anderen Lagern, die man noch als solche erkennen kann. Das KZ Bergen Belsen wurde dem Erdboden gleichgemacht. Was blieb, sind die Massengräber. Hügel, in denen 1000, 2000, 2500 oder 3000 Menschen liegen. Ein Gräberfeld. Vor meinen Augen sah ich die Bilder, wie man sie dort verscharrte und mir wurde übel. Und wie das mit Gräberfeldern so ist, machen sie mir eine Gänsehaut, treiben Tränen in die Augen und lassen mich vor Fassungslosigkeit starr werden. Wie damals, als ich die Kriegsgräber von Verdun vor mir liegen sah. Wir waren nicht erpicht darauf, dort hinzufahren. Wir fuhren einfach so durch Frankreich und dann sah ich sie, all die weißen Kreuze. Kreuze, soweit man gucken kann. „Halt an“, sagte ich zum Mister …
Ich weiß nicht, was schlimmer ist. 2000 Menschen in einem Grab, wobei Grabhügel neben Grabhügel liegt, oder weiße Holzkreuze soweit das Auge reicht.  Krieg ist Krieg und tot ist tot. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man sich gegenseitig abmetzelt – auch wenn die wenigsten freiwillig dort waren -, oder ob man wehrlose Menschen vergast. Am symbolischen Grab der Anne Frank liegen Teddys, verpackte Geschenke, viele Blumen und brennen mehr Kerzen, als an den Massengräbern. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich habe keine Kerzen dabei, aber ein Feuerzeug, mit denen ich die erloschenen Kerzen an den Massengräbern wieder entzünde. Meine Wut auf die neuen Nazis wird unermesslich.
Nein, ich habe dies Jahr wirklich keine Lust auf Weihnachten.

 

Ich weiß, dass es nächstes Jahr zeitlich eng wird,
lieber Kapitän, aber 2018 ist mehr Luft.
Da möchte ich mit dir gerne nach Oradour.
Die Gräuel nicht vergessen ist die Grundvoraussetzung,
sich gegen neue aufzulehnen. 

Nicht George!

Ich neulich so: „Waaah. Es gibt Montags keine lange Grey’s-Anatomie-Nacht mehr. Das darf nicht sein!“

Hatte ich mich doch – wenn auch sehr spät, weil ich gemeinhin keine Serien im TV gucke – im wahrsten Wortsinn verguckt. Ich liebe Grey’s Anatomie. Auch wenn ich das aus Gründen alleine gucken muss. Menschen, die im Krankenhaus arbeiten gucken sich keine Krankenhausserien an. Dreimal keine schnulzigen.

Das war an einem Montagabend.

Mittwoch darauf kam ein Paket. Die komplette Staffel. Der Kapitän hat sie heimlich bestellt.

Ich so: Waaah, ich liebe Grey’s Anatomie!

Vorgestern so: „Nein. George ist tot. Die haben George einfach sterben lassen. Ich hasse Grey’s Anatomie!“

Aber es kam noch schlimmer.  Ich musste ja nicht auf Staffel sechs warten. Nur die DVD wechseln. Es folgten zwei weitere Folgen über Georges Tod, die Folgen der Trauer und die Trauerphasen. 

War das ein Geflenne. Nicht wegen George. Und nein, das ist kein oberflächlich witziger Eintrag … Viel mehr, weil ich merkte, wie mich manches doch noch gefangen hält. Dazu die Sorge um den alten Herrn, der nur einen Tag vorher mit Verdacht auf einen weiteren Schlaganfall in die Klinik kam und der ohnehin keinen echten Lebenswillen mehr hat …

Das Leben geht weiter. Immer einfach weiter, egal, was es aus und mit uns macht.