Archiv der Kategorie: Entdecktes

Angeln, so vielfältig schön

Immer, wenn ich irgendwo fahre, und es blau glitzern sehe, ist das wie ein Stich ins Herz. Ich kann mich einfach nicht sattsehen. Es fasst mich immer wieder an, dieser Anblick.


Leben ist leicht wie eine Feder. Immer. Auch wenn es sich manchmal anders anfühlt, weil die Füße in Betonschuhen zu stecken scheinen.

Und dann habe ich heute etwas entdeckt. Wollte ich bisher immer unter den grünen Rasen, in den Wald, oder ins Meer … Dieser Gottesacker auf der Steilküste. Das könnte ich mir vorstellen!

 

Statt laufen

Echt, da stand der Frühling so gut wie vor der Tür, und dann? Schneeregen seit heute Früh. Die Mittwochslaufdame rief mich auf der Arbeit an, ob ich nach der Schicht mitwolle. Ein paar Kilometerchen. Öhm. Also irgendwie. Ich ging lieber in den Speicher. Da ist es zwar auch nicht wärmer, aber trocken.

Fundstücke des Tages:

Wenn man Dinge dieser Art findet, kann man sich schon mal erschrecken, wenn Susi, respektive Susis Oberkörper hinter einem auf einem Tisch steht, und man aus dem Augenwinkel meint, da würde wirklich jemand stehen.
Ich verbannte sie nach dem zwölften Herzkasper ins Eck.

Ansonsten bin ich fast zufrieden.

Eine Inventur hab ich aber immer noch nicht gemacht … ich weiß nur eines: Man, ist das viel!

Schrecklich schön

Kennt ihr noch diese Schlafzimmerbilder aus den Fünfzigern? Güldener Rahmen, meist mit einem christlichen Motiv?
Ich mag die Rahmen. Weniger – aus Gründen – die Motive.
Sonntag früh, als der Kapitän sich laufend ums Wattsfeld quälte, fuhr ich zum Bäcker.
Zeitgleich (er war lange vor mir losgelaufen) kamen wir vor der Haustür an.
„In Gelting ist Flohmarkt“, lächelte ich ihn an.
„Gut, dann los. Frühstücken können wir später.“ Famos, ich weiß.
Und es hat sich gelohnt. Lange habe ich keinen so schönen Flohmarkt besucht. Ein echter Flohmarkt, wie früher. Man ist ja gebrannt, ob all der Märkte, auf denen sich nurmehr Profis tümmeln, und man frustriert nach Hause geht, weil nur arg wenig erschwinglich gewesen wäre.
Hier nicht. Einen alten Handtuchhalter inklusive Paradetuch (passend zu dem Schrank, den ich für den Kapitän vor zwei Wochen vom Sperrmüll zog), bekamen wir für sage und schreibe fünf Euro. Eine alte Küchenuhr (Porzellan mit integrierter Eieruhr) für vier Euro, die nun ein Replikat ihrer selbst ersetzen darf. Ein altes Puppensofa für Amadeus für fünf Euro. Ich lief gleichermaßen vollbepackt wie dämlich grinsend durch die Halle, in der der Flohmarkt aufgebaut war. Dann …
„Da!“
„Was?“
„Das Bild!“
Der Kapitän ging – ich war ja vollbepackt – sich das Bild schnappen, bezahlte fünf Euro, und nicht weniger als zwei Handvoll Frauen stießen, beim Anblick des Bildes, das der Kapitän nun mit sich rumtrug, ein entzücktes „oh, was für ein schönes Bild“ aus.
Ich leide also nicht alleine an Geschmacksverirrung. Nur, um das mal gesagt zu haben.

Schniefiges

Der großartige, goldrichtige Herr Famosling hatte die Idee, drei Tage vor dem Treffen mit dem Verlagsmenschen noch einmal selbst über Hinrich darüberzuschauen. Soweit, so gut.
„Hast du die Stellen, die du jetzt umgeschrieben hast, rein zufällig markiert?“, fragte ich.
Ups.
Und weil ich (nicht nur Hunde werden im Alter stieselig) da eigen bin, wenn-denn, bekam ich die Datei dann noch einmal zum Auchnochmaldrübergucken aufs Laptop.
Ist nicht wirklich schlimm, sind nur 212 Normseiten, für die ich noch sechs Tage Zeit bekam. Deadline und so. Denn … manche Sachen brauchen eben tatsächlich länger.
Da saß ich nun, öffnete die Datei, um sie mir via Amazon in die Kindlecloud und somit aufs elektronische Lesegerät zu schicken, und was sahen meine müden Augen? So direkt unter dem Titel?
Steht da nicht mein Name mit Dankeschön für dieses und jenes und so?
Ach ja. Schon ziemlich famos. Trotz der fehlenden Markierungen.

Kanada ist auch ganz schön

Wir waren gestern nicht wirklich in Kanada.

Ich war schon in vielen Ländern, aber Kanada kenne ich nur aus dem TV. Als wir gestern Nordfrieslands Wälder erkundeten, waren der Kapitän und ich uns jedoch einig: Das sieht hier aus, wie in Kanada.
Wild und schön.

Ob der Sturmschäden, die Christian hinterließ, sind dort Flächen gerodet … etwas in der Art habe ich noch nicht gesehen. Leider haben wir kein Weitwinkelobjektiv. Das aber hätte es gebraucht, um das zeigen zu können, was wir gesehen haben. Es war der Wahnsinn.
Wir wanderten unter umgekippten Stämmen hindurch, und über übers Moor verlegte Wege.
Schön war es. Sehr schön.
Unser Ausflug endete an der Bordelumer Heilquelle. Der Hund soff direkt aus der Quelle, ich trank vom am Ende liegenden Wasserfall Wasser, das schmeckte, als würde man an einer Eisenstange lutschen. Wir sind nun Quellenbrüder, der Hund und ich, die aus einem Napf getrunken haben.

Apropos Hund.
Auf unserem Spaziergang haben wir die Hundetasche verloren. Diese hängt immer am Menschenende der Leine, und beinhaltet Leckerlies. Als wir später im Restaurant zu den zwei güldenen Bögen einkehrten, hatten wir kurz ein schlechtes Gewissen. Wir schlugen uns den Magen mit feinster Haute cuisine voll, und der Hund bekam nicht mal Leckerlies.
Der Hund schien das auch doof zu finden.
Kennt die geneigte Leserschaft das Innenleben eines Smarts? Nicht? Der Smart besitzt, in Ermangelung von allgemeinem Stauräumen, eine Schiebschublade unter dem Fahrersitz. So etwas, wie ein Ersatzhandschuhfach. Da mich mittags, auf dem Hinweg ins Nordfriesische, ein Anflug von Hunger quälte, hielt ich am nächsten Supermarkt und besorgte etwas Wegzehrung. Diese nicht aufessen können, parkte ich die Geflügelwiener in erwähnter Schublade. Eine Schublade, an der sich ein Knopf befindet, den man drehen muss, um sie aufziehen zu können.
Entweder hatte der Hund Unterstützung aus dem Jenseits, oder er ist selbst zu einem Drehknopfschiebschubladenöffnungskünster geworden. Was auch immer. Als wir das Restaurant zu den güldenen zwei Bögen verließen und – noch immer Mitleid mit dem Vierbeiner habend – wieder ins Auto stiegen, stand die Schublade offen und der Hund war satt. Drei ganze Wiener hat er inhaliert. Das mag für einen Schäferhund nicht viel sein, aber ein Havaneser kann davon eineinhalb Tage leben.
Wie das so ist, folgt die Strafe auf dem Fuß. Vierbeinerabendessen fiel aus, was das Tier absolut nicht verstehen wollte, und der Hund hatte einen Brand von den Würsten, dass er die ganze Nacht von der Bordelumer Heilquelle geträumt hat.
Was mich angeht, so habe ich beschlossen mir den Landstrich an der Nordsee nächstes Jahr mal genauer ansehen werde. Urlaub, oder so.

 

Wie mich das Fernsehen faltenfrei machte

Ich habe mich heute, während des Mittagessens, zur Abwechslung mal durchs TV-Programm gezappt. Genau im richtigen Moment blieb ich in irgendeinem mittäglichen Magazin eines Privatsenders hängen, welches gerade von einer absoluten Sensation zu berichten wusste.
Transversale Applikation mit Hyaloron.
Also Botox für Arme und Spritzenphobiker. Das Gesicht wird gereinigt und entschuppt, dann reines Hyaloron aufgetragenen und das wird mit einem kleinen Druckluftstrahler (in Größe eines Dremels) unter die Haut gedrückt.
Ich traue dem Fernsehen ja nicht, aber das Ergebnis sah wirklich nicht schlecht aus nach nur einer Behandlung. Nach Vieren ist diese abgeschlossen und Frau zwanzig Jahre jünger.
Ich überlege, ob ich mir einen Werkstattkompressor zulege, und ob die Nachbarn sich wohl beschweren würden, würde ich mir damit allabendlich die Antifaltencreme durch die Poren hindurch unter die Haut blasen. Was im kleinen funktioniert, muss schließlich auch im großen klappen. Und schneller.