Archiv der Kategorie: Bücherkram

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Bin ich zu pingelich oder stört es euch auch, wenn sich in professionell verlegten und damit auch lektorierten Büchern Fehler finden lassen? War das schon immer so, oder sind mir Fehler früher einfach nicht aufgefallen und ich werde auf meine alten Tage stieselig? Ich hänge dann immer über drei Seiten hinweg an dem Fehler und muss diese drei, vier oder auch mal fünf Seiten noch mal lesen.
Sicher mache auch ich hier Fehler, aber ich habe a keinen Lektor/Korrektor hier und b ist mein Geschreibsel umsonst und kostet keine 16,99€. Als eBook. Die Druckversion kostet noch mal drei Euro mehr.
Besonders schade finde ich es, wenn ich einen Bestseller diesbezüglich bemängeln muss, wobei das Buch an sich grenzwertig genial ist.

Zeitgeschehen …

… und dann kommt der Kapitän daher und schreibt genau darüber ein Buch. Die Gräueltaten im zweiten Weltkrieg, die heutige rechte Szene in Mecklenburg, das Leben zwischen Nazis.
Es ist drei Jahre her, dass er die Idee zu diesem Buch hatte. Der Inhalt war schnell umzeichnet. Er erzählte die Umrisse dessen und ich wusste gleich, dass ein Buch zeitgemäßer kaum sein kann. Drängte ihn quasi, daran zu arbeiten.
Was vor drei Jahren gedanklich seinen Anfang fand, ist heuer eine noch größere Problematik, als damals gedacht. Als ich es nun las … ich wünsche mir, dass – wenn es druckreif ist – sich viele finden, die sich das „antun“. Es vermag dem Jetzt zu zeigen, was dasselbe falsche Gedankengut im Gestern anrichete, und was es für das Morgen bedeuten kann.
Wenn man beim Lesen feuchte Finger bekommt, dir der Atem stockt, und der Magen sich zu verknoten scheint …
Fiktive Personen. Allesamt frei erfunden. Klar, aber wenn man da gewohnt hat, weiß man, dass jeder Fünfte bis Zehnte einer der von ihm beschrieben Rechtsextremisten sein könnte. Eigentlich ziemlich gruselig, und ganz ehrlich? Ich würde am liebsten nichts von alldem wissen. Ich möchte mir die Ohren und die Augen zuhalten. Aber dann passiert das, was schon einmal passierte. Alle sahen weg, und keiner will etwas gewusst haben.
Etwas, das nie wieder geschehen darf.

Miamas, oder auf Frau Lindgrens Spuren

Sollte der Kapitän es nicht schaffen, seinen neuen Roman (ich kenne bisher nur drei Szenen, aber die sind der Oberhammer … ) dies Jahr zum Ende zu bringen, habe ich Ersatz für mein Buch des Jahres 2015 gefunden.
Nachdem Frederik Backman mich mit „Ein Mann namens Ove“ schon von sich überzeugt hatte, setzt er mit „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ einen obendrauf. Ich habe es noch nicht ganz durch, aber so etwas Süßes, Phantasievolles und Herzenswarmes … hach!
Geil!

Was lange währt …

Trommelwirbel bitte, mit Tusch, Feuerwerk und einer Gruppe halbnackerte Hupfdohlen.

Des Kapitäns Roman hat es nach einigen Querelen endlich in den Verkauf geschafft. Ich freu mich so für ihn. Auch wenn der Verlag da irgendwas falsch gemacht hat, und die Seitenzahl mit 196 statt mit 279, was korrekt gewesen wäre, angegeben hat … Alles reine Nervensache.
Wer also Lust auf einen sehr düster geschriebenen und atmosphärisch dichten Roman hat, der im Mittelalter in meiner Geburtsstadt spielt, der darf gerne zuschlagen.
Jahre des Hungers bei Amazon.
Es sind noch ein paar kostenlose Rezensionsexemplare zu vergeben. Wer mag, darf sich gerne melden.

Schniefiges

Der großartige, goldrichtige Herr Famosling hatte die Idee, drei Tage vor dem Treffen mit dem Verlagsmenschen noch einmal selbst über Hinrich darüberzuschauen. Soweit, so gut.
„Hast du die Stellen, die du jetzt umgeschrieben hast, rein zufällig markiert?“, fragte ich.
Ups.
Und weil ich (nicht nur Hunde werden im Alter stieselig) da eigen bin, wenn-denn, bekam ich die Datei dann noch einmal zum Auchnochmaldrübergucken aufs Laptop.
Ist nicht wirklich schlimm, sind nur 212 Normseiten, für die ich noch sechs Tage Zeit bekam. Deadline und so. Denn … manche Sachen brauchen eben tatsächlich länger.
Da saß ich nun, öffnete die Datei, um sie mir via Amazon in die Kindlecloud und somit aufs elektronische Lesegerät zu schicken, und was sahen meine müden Augen? So direkt unter dem Titel?
Steht da nicht mein Name mit Dankeschön für dieses und jenes und so?
Ach ja. Schon ziemlich famos. Trotz der fehlenden Markierungen.

Die Sache mit der Wahrnehmung

Neulich, es war wohl vor zwei Wochen, waren wir in Kiel. Wir brauchten Fotos von der Nikolaikirche.
Da passierte etwas, das mich überraschte. Ich ging die drei Stufen zum Kircheneingang hoch, und wurde demütig. Nicht, dass ich nun gläubig geworden bin, manche Wunder passieren, andere sind eher unwahrscheinlich. Ne … Ich hatte mich so lange und intensiv mit Hinrich beschäftigt, dass er nicht wie eine Romanfigur anmutete, sondern wie eine real existierende Person, auf dessen Spuren ich nun tapste. Ich ging also die drei Stufen hoch, und dachte: Irre. Wir haben 2014. Das Haus ist so alt. Hinrich ist 1350 genau diese Stufen hochgestiegen, auf denen ich nun stehe.
Wenn Suggestion und Realität nicht mehr auseinanderzuhalten sind, hat man sich wirklich arg dolle mit einer Sache beschäftigt. Ist aber auch nicht unmöglich, dass ich einfach einen an der Marmel habe.

Montag ist kein Freitag

Hundehaare schneiden, ist, bei allem, was der Vierbeiner Gutes davon trägt (er fühlt sich schlicht unwohl unter der Löwenmähne, dabei hat die noch nicht mal zwanzig Prozent der Länge erreicht, die möglich ist), so weiß er doch alle vier Monate zu demonstrieren, wie sehr ihm Fellschneiden auf den Keks geht. Das läuft immer nach dem gleichen Schema ab. Morgens anfangen, Pause, mittags weitermachen, Pause, abends Endspurt inklusive Ölbad. Erzähl mal einem Hund, dass das viel schneller ginge, würde er nur stillhalten, und sich nichts nach zwanzig Minuten zusammenrollen, damit ich ja nicht da hinkomme, wo ich ran möchte.
Zwischendurch, so meinte el Capitano könne ich mich ja mal ums Layout kümmern, und mir Gedanken über den Klappentext machen. Mittwoch gibt es doch tatsächlich mal wieder ein Gespräch mit dem Verlagsmenschen. Was auch immer dabei rauskommen mag. Manche Dinge brauchen ja etwas länger, um am Ende gut zu werden …
Und so laufe ich heute zwischen Küchenarbeitsplatte, auf welcher das Kötertier beschnitten wird, und Schreibplatz hin und her. Wobei ich dann noch nicht eine Minute an der demonstrativ aufgebauten Nähmaschine gesessen habe.
Freie Tage sehen irgendwie anders aus, oder?
Ab Freitag habe ich vier Tage am Stück frei. Ick freu mir drauf.

Mutmachbücherkramgedanken

Wenn man den Rath dann zur Gänze abgefrühstückt hat, ist man schon froh, wieder etwas Anspruchsvolleres in den Händen zu halten. Bisweilen nerven seine Wiederholungen schon etwas.
Ich hatte „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Herold Fry„, schon vor einem Jahr angelesen, war dann aber wieder davon abgekommen. Wahrscheinlich, denn ich weiß, dass ich es mochte, weil ich zuvor den „Smithey Ide“ gelesen hatte, und die Bücher sich schon ähneln.
Je älter ich werde, und darauf wollte ich hinaus und niemanden zum Bücherkauf animieren 😉 , umso mehr liegen mir die Bücher, die mehr von Menschen mit ihren Geschichten erzählen, statt nur Geschichten von Menschen. Dann sitze ich bisweilen da, und bin … neidisch. Darauf, wie scheinbar leicht Leben Wendungen zum Guten nehmen. Scheinbar … Gerade in Bezug auf den Fry, ist leicht wenig passend. Egal. Leben ist am Ende doch nur das, was man daraus macht. Egal ob leicht oder schwer. Was mich nicht minder nachdenklich stimmt.

Hexhex

Der Kapitän ist ein Zauberer. Also quasi beinahe. Er kann Sachen, die andere nicht können, nämlich eBooks von Amazon verschenken. Versucht das mal, das geht – eigentlich – nämlich nicht.
Nichtsdestotrotz kam, kaum hatte ich den letzten Eintrag geschrieben, eine Whatsapp, dass ich mal in meine Kindle-Cloud gucken sollte.
Tat ich, und was ich fand (weil ich ja weiß, dass er ein AmazoneBookzauberer ist, war ich auch nicht verwundert darüber, dass ich in die Cloud schauen sollte), war das Rath’sche Buch, das mir noch fehlte.
Na ja. Der Kapitän ist eher ein kleiner Schummler, denn echter Zauberer. Respektive habe ich sein Zweitkindle und das ist mit seinem Account verbunden. Weswegen auch der Ove für mich das Überraschungsbuch des Jahres war. Der war einfach drauf, auf dem Zweitbuch, und hat mich dann auf dem „falschen“ Fuß erwischt.
Ist aber egal wie herum, Zauberer fände ich genauso gut, wie ich Zweitbücher mit Fremdaccounts finde.
Für mich ist das Kindle ja anhaltend die aller praktischste Erfindung dieses Jahrhunderts … Man kann ohne Leben, aber ich fände es sinnlos, und Quasifastzauberer bräuchten viel länger, um derlei Missstände, wie einen nicht vorhandenen Rath, zu beseitigen. Und was ich allein dies Jahr wieder an Stauraumproblemen in den Regalen nicht mehr habe, und wenn ich die letzten beide Jahre dazuzähle … Ich darf nur nicht darüber nachdenken, wie soooooo viele Bücher in so wenig Kindle passen, wenn in ein Normregal mal eben etwas über hundert passen … Würde ich darüber nachdenken, würde ich verrückt werden müssen. Also noch verrückter als ohnehin schon, um genau zu sein.

Kurztipp

Nachdem ich diesen Monat Hans Rath abgefrühstückt habe (Man tut, was man kann, Da muss man durch, Was will man mehr und Und Gott sprach: Wir müssen reden – alle ganz nett, und als nächstes steht „Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch“ auf meiner Liste), las ich zuletzt „Ein Mann Namens Ove„. Ein Überraschungsbuch, von dem ich zuvor nicht mal den Klappentext gelesen hatte.

Ohne weitere Worte, außer: Es gibt Bücher, die sollte man gelesen haben. Wenn Lachen und hemmungsloses Flennen eins werden …