Archiv der Kategorie: Außer der Reihe

Hauptsache es reimt sich

Oder wie ich durch die AfD anfing in VFersen zu denken.

Habt ihr es auch schon gelesen?
Das neue Programm der AfD.
Als wär damals nichts gewesen,
und Hitler brachte uns kein Weh.

Ich habs mir gestern angetan,
frei von jeweder Pietät,
der Muslime sein Fett abbekam.
Für mich wars eine fein Diät.

Danach wars das mit dem Hunger.
Hetze, Phrasen, Trug und Hass.
Moslems woll`n nur nutzlos lungern,
morden, meucheln, ist das krass?

Deutschsein soll man wieder lernen.
Schon die Kleinen in der Schule.
Stramme Kinder für Kasernen
Nix Genderkram nur über Schwule.

Wehrpflicht soll es wieder geben,
Grenzen zu und Sicherheit.
Deutsche nur für Deutschland leben,
an der Grenze schussbereit.

Frauen sollen Frauen werden,
hübsch mit Mann und Kind, Kind, Kind.
Stehen sie wieder hinter Herden,
man sich auf Wichtiges besinnt.

Ich glaube, ich erwähnte schon,
Deutschsein ist das Maß der Dinge.
Familie gehört auf den Thron,
und wenn man es denn erzwinge.

Abtreibung gehört abgeschafft
Dafür werden sie dann sorgen
der Deutsche nur für Deutschland rafft
Besser heute schon, als morgen.

Damit das und mehr auch werden kann
ein Schelm, der Böses dabei denkt,
gehen sie an das Grundgesetz ran,
damit sich eins ins andre renkt.

Was nicht passt, wird passend gemacht,
finden die Alternativen,
dafür wird gelogen, dass es kracht,
Fakenews sind die informativen.

Dazu, wer hätte das gedacht,
auch darum wollen sie g`winnen
wird Höckes G`schichtswende gemacht.
Das Gute sollen wir besinnen.

Schluss, aus, vorbei, die schlimme Mär,
Hitler, ja, doch, was denn weiter?
Doch Deutschland, nie nur böse wär,
Angela ist der arg Verleiter

Die Frau, die Deutschland hat verraten
ihr ahnt es, logisch ist es doch,
soll in der Hölle brutzeln, braten,
die blöde Kuh, das Arscheloch.

Ich könnte ewig weiterreimen,
wenn ich es denn können könnt,
doch gleiten die Worte zum Unfeinen,
das ist den Braunen nicht vergönnt.

Drei und Vier

Das war für mich immer so: Ich, Zwei, X, XY, Fünf, Sechs, Sieben.
Für Zwei war es anders. Für ihn war es so: Eins, er, X, Vier, Fünf, Sechs, Sieben.
Irgendwann vor acht Jahren oder so zumindest. Da sagte Zwei dann zu mir: XYZ und so.
Ich so: Who the fuck ist XYZ?
Er meinte damit seine Sieben, was aber jetzt meine Acht wurde. Siebzehnjährig war Acht damals und mit ohne Windeln. Ich war Ende dreißig.
Zwei aber hatte XY noch immer nicht auf dem Zettel, wodurch XYZ nicht Acht für ihn war, sondern weiterhin Sieben – was ich nicht wusste, denn ich hatte XY mehrfach erwähnt. Mit drei Fragezeichen versehen, aber ich hatte XY erwähnt – und so fiel Zwei „neulich“, wir saßen in unserem Stammbistro und glotzten auf die Schlei, fast vom Stuhl. Sorry, aber ich dachte, er wüsste, was ich weiß. Ganz sicher hatte ich XY erwähnt. Mehrfach.
Zwei so: X und XY? Wat fürn Scheiß? X ist schon klar, aber who the fuck is XY ?
Ich so: Erklärbär die soundsovielte.
Wochen später, wieder im Stammbistro, diesmal mit Zwei und Sechs, ich so zu Sechs: X und XY.
Sechs so: Ja, da war noch was …

Freitag Frau Stiefdings so: … X und XY, die beiden Mädel …
Ich fiel ihr so ins Wort: Wie die beiden Mädel? Ich dachte ein X=weiblich und XY=männlich.
Sie so: Nö.
Ich so: Und weiter?
Sie so: Die heißen Drei und Vier, sind in Dingsbums gelandet und ihr Nachname war damals Bumsdings.
Ich so: Dingsbums? Woher weißt du das alles?
Ich wusste von nix. Gar nix!
Sie so: Weil die mal hier waren vor einigen Jahren.
Ich so: Und warum weiß ich da auch nichts von?
Das sich räuspernde Schweigen hinter vorgehaltener Hand so: Weil es, wie so vieles, unter den Tisch gefallen ist.
Ich so: Wolf googeln. Ohne Erfolg, denn Drei und Vier hießen nicht mehr Bumsdings.
Ich dann so: Hallo facebooks Dingsbumsgruppe, ich hab da mal ne Frage, und die ist so und so.
Facebooks Dingsbumsgruppe so: „Hier, guck mal die beiden.“
Dreimal sagten facebooks Dingsbumsgruppenmitglieder dasselbe.
Nach der dritten identischen Aussage, abweichende gab es nicht, ich so, nachdem ich ein paarmal durchgeschnauft hatte: Hallo Drei. So und so ist das. Sagt dir das was?
Drei so, während sie nach eigenen Worten hintenüberkippte: Ja.
Ich habe Drei dann kurz von Zwei, Fünf, Sechs, Sieben und Acht erzählt. Ich glaube, ich hätte das dosieren müssen. Hinterher ist man immer schlauer. Ich hoffe, Drei bringt es Vier schonender bei.
Ich dann via whatsapp zu Zwei so: Ich hab Drei und Vier gefunden.
Zwei so [ich schwöre, dass es so war]: Drei und Vier?
Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass Zwei mir nicht wirklich zuhört. Ich hatte ihm nämlich einen Tag zuvor erzählt, dass ich gedenke Drei und Vier zu suchen.

Zu irgendwas ist facebook also doch gut. Nichtsdestotrotz möge – bittedanke – das Tuch des ewigen Schweigens über der Dunkelziffer ruhen. Acht sind genug. Ich glaube auch, dass Zwei das noch weniger verpackt bekäme als ich. Zumindest Vier ist mehr als grad in Zwei reingeht. So ging es mir damals mit der Acht. Von dem Zwei weit vor mir wusste.
Ich denke wir sind quid.

Mehr Aufregung passt nicht in einen Tag. Habe fertig.

 

Erste Male

Hat man ja immer wieder mal.  Heute hatte ich eines.
Als Frau betritt man ja eher selten bis gar nicht das Örtchen in Gaststätten,  das nur für  Männer gedacht ist.
Darum war ich auch verwundert bis irritiert,  weil ich nicht wusste,  was da an der Wand gegenüber der Pissoirs in der Herrentoilette (frag bitte keiner,  wie ich da hin kam) hing.
Aus Keramik, quadratisch,  mit einem kreisrunden Abfluss in zwei Etagen in der Mitte, einer Schenkellänge von fünfzig Zentimetern, und in Höhe meines Rippenbogens montiert.
Links und rechts waren über der Keramik Haltegriffe angebracht,  wie man sie sonst an Badewannen findet. WTF?
Ich wurde aufgeklärt: Es ist ein sogenanntes Kotzbecken
Da muss ich zwölfunddreißigplusvier Jahre alt werden,  um zu erfahren, dass Männer etwas haben,  das uns Frauen verwehrt bleibt.
Wo ist eine Alitsche S. bitte hier gewesen,  wenn es denn um generelle Gleichberechtigung geht? Dass es keine Frauen gibt,  die über Füllrand tanken,  halte ich zumindest für ein Gerücht …

Zeitlos

Die letzten zwei Wochen waren vollgestopft. Drei Tankfüllungen haben wir verfahren, was in Kilometern circa 2100 sind. Für uns ist das ziemlich viel, zumal das Meiste davon eher noch unter Kurzstrecke lief. Heute habe ich darum einen eher arg unerholten Kapitän zum Flieger gebracht; auf dem Tisch vor mir steht nur eine einsame Kaffeetasse, und die nächsten Termine muss ich allein erledigen. Übermorgen wäre das einer im Mecklenburgischen, und tags drauf einen – zum Glück – quasi umme Ecke.
Dazu darf ich arbeitstechnisch die ab morgen im Krankenhaus weilende Arbeitskollegin für vier bis sechs Wochen vertreten, was mein Stundenkonto gut nach oben schraubt.
Es bleibt also noch ein kleines Bisschen ruhiger hier.

Normal. Irgendwie …

Immer, wenn ich lange Strecken mit dem Auto fahre, und Stunden auf der Autobahn verbringe, schreibe ich in Gedanken Blogeinträge.
Freut euch darüber, dass ich das nur in Gedanken tue, denn andernfalls, wäre das ein über die gesamte Fahrzeit dauernder Diskurs darüber, dass ein Großteil derer, die sich auf unseren Straßen bewegen dürfen, eine Nachschulung bräuchten, oder ihnen ohne Weiteres der Führerschein entzogen gehört.
Ich könnte mich stundenlang echauffieren.
Warum fährt man mit 120km/h auf dem linken Fahrstreifen, wenn der rechte frei ist? Warum achtet man nicht darauf, dass man – ganz vielleicht – Menschen behindert, oder gar nötigt, wenn man sich weigert den linken Fahrstreifen zu verlassen? Das Gleiche gilt für das Benutzen der Mittelspur. Oder noch schlimmer, wenn man mit 120km/h jemanden überholen will, der mit 118km/h auf der Mittelspur rumgurkt, wobei die rechte Spur selbstredent frei ist. Das Rechtsfahrgebot wird beinahe vollumfänglich ignoriert. Ich beobachte das seit vielen Jahren. Versuche da eine Täterschicht auszumachen, indem ich mir die Menschen hinter dem Steuer ansehe. Frauen, Männer. Junge und alte Fahrer. Mit oder ohne Hut. Zu dicht an der Frontscheibe klebend, oder entspannt auf die Mittelkonsole gelehnt. Es gibt ihn nicht, den Täter. Auf unseren Straßen herrscht Anarchie.
Du kannst auf der rechten Spur angefahren kommen, die ist leer. Und dann fährt irgendein Trottel grundlos in der Mitte, und du musst über seine Fahrspur hinweg nach links wechseln, um ihn überholen zu können/dürfen, um dann, wenn du an ihm vorbei bist, wieder seine Spur zu passieren, um rechts weiter zu fahren. Mich würde das, wäre ich der auf der Mittelspur, irritieren. Ich würde spätestens jetzt wachwerden und mir meiner Schuld bewusst sein. Aber Pustekuchen.
Oder: Reißverschlussverfahren. Ich kriege die Krise, wenn ich ein Schild sehe, das darauf hinweist, dass sich die Straße in eineinhalb Kilometern verjüngt. Sofort setzen bestimmt siebzig Prozent der Autofahrer den Blinker, rücken über und bremsen dich aus, statt am Ende einzufädeln. Ohne Sinn und Verstand, und der rückläufige Verkehr stockt. Staus vor allen vor Autobahnbaustellen sind hausgemachtes Elend.
Besonders gut sind die, die am Ende eines Beschleunigungsstreifen stehen bleiben, weil sie es auf diesem nicht schafften auf die Bahn einzufädeln. Ja Leute, das macht Sinn, aus dem Stand dann in die nächste Lücke fahren zu wollen. Dass das strickt verboten ist, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit teuer wird, und die Fahrerlaubnis kosten kann, scheint nicht allgemein bekannt zu sein. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, wovon ich erzählen würde, könnte ich während der Fahrt schreiben.
So geht das über Stunden hinweg. Ich „schreibe“ und „schreibe“ und „schreibe“. Erzähle gedanklich von dem Golf3fahrer, der sich mit einem Porsche auf der ganz linken Spur ein Rennen liefern will, respektive ihn auf albernste Weise blockiert, und darüber und wie schrecklich doof ich das finde. Ich freue mich über den überaus entspannten Ferrariefahrer vor mir, der es einfach nicht nötig hat, zu zeigen, was er offensichtlich tun könnte. Ärgere mich über den Fiatfahrer vor mir, der den nach links blinkenden LKW anhupt, statt die Spur zu wechseln, was ihm in dem Moment gefahrlos möglich gewesen wäre. Das Schild, dass das LKW-Überholverbot nach ewigen Kilometern aufgehoben ist, dürfte auch er gesehen haben. Aber nein, der scheiß Brummifahrer, der! Ich nicke dem Audifahrer bestätigend zu, der – demonstrativ belehren wollend – immer wieder auf die rechte Spur einfädelt, wenn er links die Mitte überholt hat, und dies wiederholt und wiederholt. Finde den Typ in seinem SLK blöde, der meint, die Bahn gehöre ihm allein, und drängeln sei sein ihm angeborenes Recht. Ach, ich könnte ewig weitererzählen.

Dann sitze ich abends im Hotelrestaurant und höre dem Gespräch am Nachbartisch – zwangsläufig – zu, wo sich drei Herren genau darüber ereifern. „Bei uns in Holland“, höre ich einen Mann mit entsprechenden Akzent sagen, „muss man ab fünfundfünfzig Jahren alle fünf Jahre zur Fahrtüchtigkeitskontrolle“.

Und dann stolpere ich eben im Internet darüber:

http://www.spiegel.de/video/autofahrer-blockiert-feuerwehrauto-video-1528646.html

Nein, es wundert und schockiert mich in keiner Weise.

Solange es nicht die AfD oder sonstwas Rechtes ist, die das in ihrem Wahlprogramm aufnimmt, würde ich jede Partei wählen, die Fahrtüchtigkeitskontrollen für Deutschland fordert! Aber nicht erst ab einem Alter von fünfundfünfzig Jahren (siehe oben, die Feststellung zu meiner ureigenen Studie), sondern ab Führerscheinerwerb.

Zum kotzen

Sorry, für den deutlichen Titel, aber mir fällt beim besten Willen kein anderer ein.

Frankreich wählt – zumindest regional – rechts. Mit einem beängstigenden Ergebnis.
Man muss kein Hellseher sein, um das Elend, das uns bei den nächsten Wahlen ereilen könnte, zu erahnen. Ich benutze bewusst den Konjunktiv, denn ich hoffe noch auf den Sieg des Verstandes. Auf das kollektive Gedächtnis, habe aber meine Zweifel, weil das mit der Hirnverteilung ja bisweilen arg ungerecht ist.
Mir macht das Angst!
Weit mehr Angst, als Kriegseinsätze gegen den IS. Das, was uns im eigenen Land blühen kann, ist viel schlimmer. Insbesondere graut mir vor den Regionalwahlen in den neuen Bundesländern, die eine Tendenz zeigen werden.
Ich habe bei Facebook schon eine große Anzahl Menschen aus der sogenannten Freundesliste entfernt. Alle aus meiner Zeit in Mecklenburg. Alles Leute, die heute offen mit Pegida und Co sympathisieren.
Wismar, Grevesmühlen, Jamel, Naschendorf. Das war so ein kleiner Schreckmoment damals, als ich dorthin zog. Der Plattenbau in dem kleinen Dorf, der nicht ohne Grund „Führerhauptquartier“ genannt wird. Ein Bürgermeister, der sich zu recht alleingelassen fühlt.
Das Thing in Grevesmühlen. Läden, in denen es explizit nur die Kleidung zu kaufen gibt, mit der man heutzutage seine rechte Gesinnung nach außen zur Schau trägt. Mittendrin, und nicht nur geduldet, sondern hochfrequentiert. Die wenigen Proteste dagegen verhallten sehr schnell.
Das rechte Blättchen, das einem regelmäßig in den Briefkasten gesteckt wird dort … damals schmunzelte ich noch über die Dummheit derer, die das drucken lassen, und meinten sie fänden Zuspruch. Heute sehe ich das anders. Heute wird eben diese Dummheit mehr und mehr zur Gefahr.
Mir wird schlecht, wenn ich darüber nachdenke …

Von Doppelmoralisten, anderen, die es wenigstens versuchen und dem eigenen Denken

Es gibt Menschen, die sind gut zu Tieren.
Es gibt Menschen, die sind so gut zu Tieren, dass sie diese weltweit versuchen zu retten. Sie aus Tötungsstationen nach Deutschland holen. Find ich gut. Wirklich. Jedes Lebewesen ist es wert gerettet zu werden. Auch wenn ich mich manchmal wundere, dass Tiere dafür in deutschen Tierheimen sicher länger verbleiben. Was okay ist, denn sie werden in deutschen Tierheimen versorgt und es geht ihnen verhältnismäßig gut.
Wo ich dann aber nicht mehr hinterherkomme, ist, wenn diese Tierschützer, Tierfreunde, Tierretter sich, was Menschen anbelangt, deutlich rechts äußern. Tiere, die in Not sind retten und herholen ist ihre Lebensaufgabe, aber Menschen, die vor Mord und Totschlag fliehen im eigenen Land aufnehmen? Um Gottes Willen! Und dann wird argumentiert, was das Zeug hält. Die eigenen Kinder würden deswegen zurückstecken müssen. Man selbst auch. Und was das alles kostet. Und wo sollen die denn alle untergebracht werden.
In diesem Fall war das ein Mensch, der gut dasteht. Bestens situiert ist, wohlgemerkt.  Also kein wirklich schlechter Mensch.
Wenn Menschen aber anfangen, das Wohl von Tieren über das von Menschen zu stellen, dann komme ich an meine Grenzen. Ich kann es weder vom Intellekt her, noch auf Gefühlsebene nachvollziehen. Tiere retten, unbedingt, bei Menschen aber wird das große Herz dann klein? Da bin ich draußen …

Wo wir gerade beim Thema wohlsituiert sind. Ich habe den Schweiger, wie ich schon erwähnte, ja nie wirklich für voll genommen. Das hat sich geändert. Nicht nur wegen der Sache mit Honig im Kopf, so einfach kann man mich nicht von sich überzeugen, sondern weil er seinen Status, seinen Bekanntheitsgrad nutzt, um zu helfen. Selbst wenn es da dann auch Stimmen gibt, die meinen, dass er das nicht gerade in der Art tun sollte, und nicht mit den Menschen, die er sich ins Boot holte. Leute? Besser das als gar nichts tun. Ende.

Und nun lese ich noch etwas, von einem Menschen, die ich ebenso wenig auf dem Zettel hatte, weil mich ihre Musik nie erreichte, und ich darum mit ihr nichts anzufangen wusste. Zumal mich Menschen irritieren, die ihr Privates so in die Öffentlich trugen, wie eben Sarah Connor es tat.
Und nun das hier … Sie bekommt dafür von mir einen großen Sack voll Sympathiepluspunkte, und hätte ich den Raum und die Mittel, würde ich es ihr gleichtun.

Ich bin weder links noch rechts, noch schwarz oder rot. Aber ich muss hier einfach mal – wenn ich mich denn schon moralisch-politisch gebe – unsere Mutti der Nation lobend in Schutz nehmen. Weil sie keine Angst mehr vor Machtverlust hat, und einfach macht, was sie meint tun zu müssen; nur ihrem Gewissen folgt, und sich eben nirgends mehr reindrücken lässt. Und ernsthaft … was haben wir denn für eine Alternative? Wenn uns nicht das letzte Bisschen Menschlichkeit abhanden gekommen ist. Zäune errichten, oder gar Mauern bauen, damit ja kein Flüchtling mehr reinkommt? Bewaffnete Grenzpatrouillen aufstellen? Wohlmöglich mit Schießbefehl, weil es sonst ja keinen Sinn machen würde, da sich Menschen, die auf der Flucht sind, nicht allein davon abhalten lassen, dass man ihnen sagt: „Du kümmst hier nit rein!“
Ich mag unser Land, und ich finde es gut, dass es keine Grenzen mehr gibt. Dass wir mehr und mehr eins werden in Europa. Auch wenn viele europäische Staaten das in Krisenzeiten anders sehen, und meinen, sie könnten ihr eigenes Ding machen.
Wie Mutter schon immer sagte, wenn ich meinte, dass andere dieses oder jenes ja auch dürften oder machen würden: „Springst du auch vom Hochhaus, weil andere es tun?“
Wäre der olle Neuexkettenraucher heute noch Kanzler … dann würde vielen Mäulern rechtzeitig die Klappe gestopft werden. Der war nicht so zärtlich im Umgang mit Kritikern, wie uns Angie es ist.

Bevor ich mich in Rage schreibe, ende ich mit einer selbstgewonnen Weisheit aus Zwölfunddreißigplusdrei Lebensjahren: In schwierigen Zeiten war schon immer und überall der Weg das Ziel.