Archiv für den Monat Juni 2017

Nachtrag

Er so: „Mach doch bitte weiter.“
Ich so: „Nö!“
Er so: „Doch!“
Ich wieder: „Nö!“
Er dann so: „Doooohoooch!“
Ich dann: „Nö, warum sollte ich?“
Er: „Darum!“
Uswusf.

Ich erwähnte es in den Kommentaren hier, der Kapitän bohrt vor sich rum.
Es gibt tatsächlich Menschen, denen mein Blog gerade mal mehr bedeutet als mir selbst. Gut, 13 Jahre (in Worten dreizehn) bloggen wegzuwerfen ist selbstredend alles andere als leicht. Es ist sogar recht schwer. Aber ja, es ist und bleibt für mich gerade der einzig gangbare Weg. Der einzige, der sich ehrlich anfühlt.
Trotzdem hat der Kapitän mich – zwischen all dem Nö und Doch -, zumindest davon überzeugen können, wenigstens nicht alles zu löschen – „all die schönen Worte …“ -, sondern vielleicht nur zu pausieren, „ein halbes Jahr oder so“ (was ich persönlich nicht sehe), und das Blog – bittebittebitte – nicht zu löschen, sondern nur auf Eis zu legen.
Nur falls ihr euch wundert, wenn hier absehbar „privat“ an der Tür steht und nicht das „fjordgesabbel@wordpress.com ist nicht mehr erreichbar“ angezeigt wird. Kann ja sein, dass der eine oder andere meine Worte anzweifelt und das kontrollieren geht.
Allein der Kapitän hat Schuld! Ich habe mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt.
„Sicher. Mich nimmt dann am Ende keiner mehr für voll, oder wie?“
„Na, dann erklärste das halt noch kurz, bevor du den Laden abschließt.“
Was ich hiermit getan habe.
Wenn Starrsinn auf Starrsinn trifft, zieht am Ende: Der Klügere gibt nach.
Mein Entschluss steht fest, ich habe mir gestern lediglich ein Versprechen abnehmen lassen. Tja, im Zweifel habe ich in all den Jahren mit dem Kapitän eines gelernt: Er ist bisweilen der Weisere und weniger impulsive von uns beiden. Wobei das ein schon wohlüberlegter Schritt ist. Hätte ich impulsiv gehandelt, wäre ich dem spontanen Drang, den Löschbutton zu klicken, sofort gefolgt. Wortlos.
Kommenden Samstag ist also kein Abriss, sondern nur Torschluss. Nur damit es nicht heißt, die Frau kann man nicht ernst nehmen. Ich meine es ernst. Bierernst sogar!

Alles hat ein Ende

Es war einmal ein Blog. Ein Kleines, das groß und größer wurde. Zu groß für die Bloggerin. Es war für sie, als stünden ein paar hundert Menschen vor ihrem Haus und würden in die Fenster glotzen. So wurde das Blog zum Wanderblog, wann immer der Bloggerin die Menschen die in ihr Haus schauten zuviel wurden, zog sie um und fing von vorne an.
Im Halblokalpatriotischen hält sie sich stabil in Grenzen, die Zahl der Menschen, die sich die Nase an Jane Blonds Wohnzimmerfenster plattdrücken. Wären da nicht so Menschen wie C., deren Borderlinestörung sie veranlasst, mir seit vier Jahren mit bösesten Kommentaren erfolglos das Leben schwer machen zu wollen, könnte es sogar noch gemütlicher sein, weil ich mir die Moderationsschleife hätte sparen können. Dann hätten die Mäuse, wie es früher hier Sitte war, auf dem Tisch tanzen und sich mit sich alleine amüsieren können, wenn die Katze aus dem Haus war. Oder das Wissen, dass die ehemalige Mitbewohnerin auch nicht davon ablassen kann sich auf den neusten Stand zu bringen. Wenn sie es für sich braucht: Bitte. All das juckt mich persönlich am Ende aber herzlich wenig und hat mich in all diesen Jahren nicht bewegen können aufzuhören.
Wenn aber Menschen bewusst – über ein Hintertürchen, das vergessen wurde zu schließen – hierher finden, um sich still und heimlich umzusehen, sich Informationen holen, die sie aus welchen aus Gründen auch immer rein privat wissen/nutzen wollen – brauchen, Dinge, die sie rein gar nichts anzugehen haben, dann hört der Spaß irgendwann auf. Ein Blog ist immer ein zweischneidiges Schwert. Ja doch. Er ist nunmal öffentlich (wobei ich mittlerweile peinlich darauf achte, dass Menschen, die mich im realen Leben kennen hier nicht lesen) geführt und man gibt fremden Menschen gegenüber bisweilen auch zu viel Preis. Ja. Unangenehm wird es, wenn Dinge passieren, wie ich sie eben erwähnte. Bewusst heimliches Spionieren, aus was auch immer für Beweggründen, ist ein eklatanter Eingriff in meine ureigene Privatsphäre und eine unentschuldbare Grenzüberschreitung. Das fühlt sich ein Bisschen an, als wäre das Blog benutzt und vergewaltigt worden. Jaja, ein böser Vergleich für alle die, denen letzteres wirklich widerfuhr, aber eben so empfinde ich gerade. Mein Blog wurde benutzt, und ja, ich fühle mich persönlich benutzt. Das missfällt mir wirklich sehr.
Als ich mir dessen bewusst wurde, musste ich ein paar Tage darüber nachdenken, wie ich damit umgehe. Es für mich behalten? Darüber hinwegsehen? Still verschwinden? Ja, still verschwinden, das war der erste Gedanke, das erste Gefühl, aber das fände ich den Menschen gegenüber, die mich seit über einem Jahrzehnt begleiten, mir Blog für Blog folgten, unfair.

Keine Sorge, es geht mir gut. Nur endet die Show hier.
Ich möchte euch für die vielen Jahre Danke sagen. Für euer Feedback und auch mal fürs um die Ecke denken helfen. Ich werde euch vermissen und das meine ich ernst, denn nicht ich, sondern ihr habt das Blog mit Leben gefüllt, wo ich nur Worte fallen ließ.

PS: Es gibt seit einiger Zeit – was einige wissen – ein obergeheimes Geheimprojektblog, das zwar nur für die Dauer des obergeheimen Geheimprojektes geführt werden wird, in dem man mich aber für diesen Zeitrahmen begleiten kann, wenn man denn will. Wer fragt, dem wird – so ich ihn von hier kenne und identifizieren kann – sicher geholfen werden. Und ihr, die ich ausschließen will: Ihr könnt googlen bis euch der Arsch abfällt, ihr werdet ihn nicht finden. Andere Namen, keine Zusammenhänge, nichts, was auf Jane Blond oder el Captiano auch nur im entferntesten hinweist.

Ich lasse das noch eine Woche so stehen, dann lösche ich das Blog komplett.
In diesem Sinne, gehabt euch wohl und Küsschen, Jane.