Gral Nummer drei

Der erste Gral wurde gefunden, von Frau Fjonka. Ich muss nur noch hinfahren und abgreifen, was da ist. Danke nochmal dafür.
Dann suche ich seit geraumer Zeit nach einem bestimmten Spülbecken. Schlicht, weiß, rund, Solitärstück aus Emaille. Hier ist die Lösung noch fern, wobei ich das nie als Problem gesehen hätte. Als ich zeitgleich wieder etwas suchen musste. Einen Mechaniker, der meine Weihnachtsgeschenk wartet. Nicht, dass die nicht liefe, das tut sie sehr wohl. Aber nach über siebzig Jahren (in denen sie vermutlich nienicht gewartet wurde), dachte ich, dass besser besser ist. Also einmal das komplette Programm. Kohlestifte tauschen, Keilriemen auch, Motor reinigen und durchfetten, fertig. Son Kram eben, den man den Kaffeemaschinen hier auch bisweilen angedeihen lässt, damit sie länger halten. Die Wartung dieser Maschinen kostet um die 150,-€ und dafür jemanden zu finden ist nicht schwer. Die holen die Geräte sogar zuhause ab.
So dachte ich, dass ich für meine Starmix auch jemanden fände. Der Kapitän suchte (er ist der Recherchespezie für Problemfälle – bei der Spüle aber gab er auch auf) und fand sogar einen Elektrohandel in der Nähe, der auf seiner Webseite damit warb, antike Haushaltsgeräte zu reparieren. Reparieren und warten, da ist für mich kein Unterschied. Ich also angerufen und bekam zu hören: „Also ehrlich gesagt, haben wir das noch nicht gemacht.“
Wohl aber angeboten! Vielleicht in der Hoffnung, dass man damit die Seite füllen könnte, ohne es auch tun zu müssen, weil eh keiner danach fragt.
„Das ist ja auch eine Kostenfrage“, sagte die Dame weiter, „und wie viel Geld man in ein so altes Gerät stecken will.“
Die kommt sicher aus der Thermomixfraktion, wo man dann eben Neues gegen Neues austauscht, weil das Vorvorjahresmodell lange überholt ist.
Hallo? Einmal aufbereitet hält die nochmal siebzig Jahre!
Ich telefonierte mich sukzessive weiter gen Süden und landete am Ende im tiefsten Württemberg. Ein deutlich älterer Herr (mit vierzigjähriger Erfahrung hierin) lachte überaus freundlich ins Telefon, als ich meinte, dass ich vor Ort keinen finden würde. Er badensete so vor sich hin, dass ich kaum etwas verstand und dachte, ich hätte mich verwählt und wäre in Bayern gelandet. „Schickense ma das Maschinchen nunder. In zwo Daach hab´sch de uffbereitet un schick ich se Ihrna z`rück, dann hammense de in drei Daach wiada dehaim.“
Was ich am Ende verstand, war, dass er einer der Wenigen ist, der diese alten Maschinen noch aufbereitet und er die aus dem ganzen Land geschickt bekommt.
Da hätte ich im Umkreis ja lange suchen können. Jetzt muss ich nur noch gucken, dass ich einen Karton finde, der groß und stabil genug ist. Und ich den zweiten Gral finde, bevor ich einen vierten suchen muss.

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