Archiv für den Monat Februar 2017

Sachen gibt`s …

Da komme ich heute von der Arbeit und vielleicht hundert Meter vorm Haus läuft ein Nackerter. Also richtig nackig, vom Scheitel bis zu den Zehen. Mit ohne Schuhe und so. Ich bin auf den Hof gefahren, und blieb im Auto sitzen. Der Weg, auf dem der Nackerte war, führte zwangsläufig an mir vorbei, und ich wollte mich vergewissern, richtig geguckt zu haben. Ich hatte.
Also stieg ich aus dem Wagen aus und fragte, ob er Hilfe brauche. Er ignorierte mich und schlurfte weiter. In meinem Kopf formte sich das Wort „hilflos“. Es mag ja Menschen geben, die nackert durch die Gegend laufen, aber im Dunkeln bei vier Grad Außentemperatur? Ich lief ins Haus, hechtete die Treppe hoch, zog einen Pulli und eine Hose aus der Kommode des Kapitäns, rannte zum Wagen zurück, startete und fuhr eine halbe Stunde im Kreis. Nichts. Nicht auf dem Strandweg, nicht auf dem Weg dahinter zur Märchentante runter, und auch nicht auf dem Bogen, den ich vom nächsten Dorf aus schlug, um am Haus in Höhe Schlossgraben wieder rauszukommen. Hier ist Wachau, mehr Wege gibt es hier nicht. Weit und breit kein Nackerter. Dreimal fuhr ich alles ab.
Ich hatte wenig Lust morgen im Radio zu hören, dass man einen erfrorenen Mann gefunden hat, der augenscheinlich orientierungslos umhergeirrt sein muss, und ich hätte das verhindern können. Da bin ich Weichei, das wäre zuviel Extragepäck für mich. Also rief ich die Freunde von der Polizei. Der Herr Polizist hatte dieselbe Vermutung wie ich: „Vielleicht einer von den Jungs aus der Drogenwohngruppe …“
Nun suchen die Freunde von der Polizei weiter, und klappern Wohngruppe und so ab und ich darf zu Abend essen. Drei Stunden zu spät und hellwach.

Ja ne, ist klar!

Gegen Homosexualität, pro Familie – Mutter, Vater, drei Kinder, und möglichst die Unscheidbarkeit der Ehe. Nein, wir sind nicht bei der AfD, die ja Ähnliches für uns möchte, sondern bei ihrem Freund.
Das, so hieß es in den Nachrichten, sei das, was Russland gerne hätte. Das stünde in dem gleichen Zusammenhang, der das Gesetz – das ermöglichte, dass Täter zu zwei Jahren Haft verurteilt werden konnten – zurückstufte und häusliche Gewalt nurmehr mit einem Ordnungsgeld bis zu 500,-€ geahndet wird. Nur drei Gegenstimmen gab hierzu es im Parlament. Ich habe nun nicht mitbekommen, wie viele Frauen und Kinder in Russland laut Statistik misshandelt werden, wohl aber, dass es hier jährlich 14.000 (in Worten) vierzehntausend (!!!) Todesfälle gibt; durch häusliche Gewalt. Was gut alle vierzig Minuten eine totgeprügelte Frau bedeutet. Was hingenommen wird. Was man nun sogar mit einem Freifahrtschein belohnt wird.
Willkommen im Gestern und beim „klassischen“ Familienbild mit seinen festgelegten Rollen.
Ein Artikel hierzu aus der Zeit.
Ich bin fassungslos.
Dabei wollte ich eigentlich vom Strandspaziergang erzählen, und dem schissigen Hund, der nicht mehr laufen wollte, weil plötzlich irgendwo draußen auf dem Wasser wieder Übungsmanöver – von denen ich dachte, sie seien vorbei, weil seit Stunden Ruhe war – stattfanden, und er die Salven ebenso doof findet, wie Gewitter oder Silvesterböllerei … und wie er die Steilküste versuchte hoch zu fliehen – was definitiv unmöglich ist -, und nun sauer auf mich ist, weil ich ihn nicht gerettet hab und so. Sorry, Hund. Ich konnte die fünf Kilometer zurück zum Auto nicht in drei Sekunden überbrücken und deine Gedanken, es könnte die Steilküste hoch weniger laut sein … erklär das mal einem hysterischen Vierbeiner.

Aluhut. Bitte.

Ich konnte nicht einschlafen. Nichts half, auch die heiße Honigmilch versagte.
Ich wanderte vom Bett auch die Couch und zurück. Irgendwann dachte ich: Laptop auf`n Nachttisch und DVD rein. Der Schrank ist noch voller Serien, die ich nicht kenne. Der Kapitän hat da einen großen Vorsprung. Ich entschied mich für „Die Brücke„. Der Kapitän meint schon lange, dass ich die sehen müsse, weil das genau mein Geschmack ist. Ja, ich steh voll auf skandinavische Krimis!
Mein Laptop aber mochte die nicht. Also wieder runter, Schrank auf und dümmlich davorhocken. Hous of Cards. Glaubt man was man liest, soll das Gezeigte so weit weg von der Realität nicht sein. Irgendwas in mir wollte das immer nicht sehen. In Anbetracht des Schlechtfrisierten jetzt …
Nach zwei Folgen war ich bedient und schlafen ging noch weniger. Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Fiktion und Realität. In der Serie passiert alles hinter verschlossenen Türen. Der dauertwitternde Schlechtfrisierte hat die sperrangelweit offen stehen. Dadurch bekommt man irgendwie das Gefühl, dass der Autor ein Mäuschen im Weißen Haus gehabt haben könnte. Will ich wissen, was da weiter passiert?