Archiv für den Monat Dezember 2016

Die Müllbeutelaffäre und andere Absurditäten

Noch etwas aus der Kategorie: So einen Scheiß kannst du dir nicht ausdenken.

Es war der Dienstag nach Weihnachten 2016. Frau Stiefdings räumte die Schmutzwäsche des alten Herrn zusammen. Jane Blond stand auf der anderen Seite des Bettes und hielt die Schmutzwäschetasche auf, während der alte Herr zwischen beiden am Fußende stand. Einiges hatte sich angesammelt. Mit dem letzten Pyjama zog Frau Stiefdings etwas Unerwartetes und nicht enden wollendes aus dem Schrank. Nach einigen Metern sah sie den alten Herrn an: „Was willst du denn damit, und wo hast du das her?“ „Das“, sagte der alte Herr, „hab ich der Putzfrau aus dem Putzwagen geklaut.“ Er grinste stolz wie breit. „Und was hast du damit vor?“ Der alte Herr wies – über alle Zweifel erhaben – mit der rechten Hand gen Fenster. Genauer gesagt zum dazugehörenden Oberlicht. Was Frau Stiefdings nicht wahrnahm. „Sag schon …“, hakte sie nach, während Jane Blond schon ahnte, wozu das Diebesgut dienen sollte.

„Die heben 160 Kilo“, erklärte der alte Herr sich, während er wieder zum Oberlicht wies. Zehn, neun, acht … Janes Schultern begannen zu beben und ihre Zunge hielt dem Biss, der verhindern sollte dass sie unangemessene Lachkrämpfe bekommt, kaum noch stand … sieben, sechs, fü und pling ging auch Frau Stiefdings ein Licht auf. „Du willst damit …?“ Jetzt wies sie zum Fenster. Jane Blond intervenierte hüstelnd: „Will er nicht. Paps, dir ist schon klar, dass die perforiert ist?“ fragte sie. „Ist sie nicht“, stänkerte der alte Herr gegenan. Jane nahm sich der Rolle Schwerlastmüllsäcke an und trennte erst einen, dann einen zweiten Sack mit nur zwei Fingern ab. Frau Stiefdings hing mittlerweile wiehernd über dem Bett und dem alten Herrn fiel, ob der Feststellung, dass 160 Kilo Tragkraft nichts bringen, wenn nach jedem Meter Plastik akute Reißgefahr besteht, nur ein flüchtiges „Oh“ aus dem Mund.

Mein Vater. Wirklich, er kann gerade wieder gehen, gedenkt aus der Klinik (erster Stock plus Hochpaterre, wobei jede Etage eine Höhe von gut vier Metern hat) zu fliehen. Sich durchs Oberlicht quetschen will er und mit einer Rolle Müllbeutel abseilen. Jetzt erklärt sich auch, warum er vor drei Tagen auf der Fensterbank rumturnte, und mittels eines Rollatorsgriffs – den er hierfür eigen- wie einhändig zerlegt hatte – versuchte das Oberlicht auszuhebeln. In Anbetracht dessen, dass er sich tunlichst nicht die Knochen brechen oder anderweitig verletzten sollte (was auch Fensterbankturnereien ausschließen sollte), weil er unter keinen Umständen jemals wieder nakotisiert  werden darf, eine ebenso dumme Idee, wie die, die sein Bettnachbar Tage zuvor hatte, und die der gesamten Station drei Tage Telefonentzug einbrachte. Weil dieser bei der Polizei anrief und anzeigte, dass man ihn gegen seinen Willen festhalten und seiner Freiheit berauben würde. Ähm. Ja.

Es wird Zeit, dass man die falschen Medikamente aus dem alten Herrn geschlichen bekommt, sonst wird er uns echt noch verrückt und es geht ihm wie einem weiteren Bettnachbarn. Polizeiliche Meldeanschrift: Geschlossene Psychiatrie. In der der alte Herr nur ist, weil er sich im Delir selbst entlassen wollte, respektive im Halbstundentakt abhaute, was ihm – bei gelungener Flucht – ohne Wenn und Aber das Leben gekostet hätte. 

Nein, das alles ist wirklich nicht lustig. Und doch hab ich das bald vergangene Jahr selten einen so bösen Lachanfall bekommen wie an diesem Dienstag nach Weihnachten. Dass Frau Stiefdings, der es ebenso ging, uns heil nachhause brachte, ist rückblickend nicht selbstverständlich. Fahrt mal mit jemanden, der eine Stunde brüllend am Lenkrad sitzt, immer wieder dagegen schlägt, anhaltend „Müllbeutel“ kreischt und vor Lachtränen kaum mehr gucken kann.

PS: Nachdem Frau Stiefdings die unschlaue Idee hatte, die Rolle Müllsäcke bei den Schwestern abgeben zu wollen, was meiner Meinung nach zu entlarvenden Fragen hätte führen können, ließ ich das Korpus Delikte in meiner Tasche verschwinden … 

PPS: Ich kann ihn so gut verstehen. Wenn das Delir sich nur noch ein bis zwei Stunden am Tag zeigt, man den Rest des Tages als einzig Klarer zwischen echt Dauerverwirrten sitzt, wobei sich eine Dame – um die siebzig Jahre alt – im Stundentakt vollständig enkleidet und sich nackert über den Flurboden rollt, eine andere permanent ihren vor 25 Jahren verstorbenen Gatten ruft und sich lautstark mit ihm unterhält, wenn sie ihn gefunden hat, ein weiterer sich gern in die volle Windel greift und das, was er rausholt, an Mitpatienten verteilt … und das meinem Vater, den ich zeitlebens nie ohne Hemd und maßgeschneiderten Anzug – die er selbstredent auch hier trägt – sah … usw. usf. Ich würde auch Schwerlastmüllsackrollen klauen.

PPPS: Herr Dr. Katzentisch fand die Rollatorgriff-Oberlicht-Aushebelaktion, bei der sich der alte Herr dummerweise  erwischen ließ, wenig bis gar nicht lustig und interpretierte sie falsch. Es dauerte etwas, bis ich ihm begreiflich machen konnte, dass mein Vater sowas nicht (!) in verwirrten Momenten macht, sondern in gänzlich klaren. Er war immer irrational in seinem Tun und auf Konsequenzen scheißt er, solange ich ihn kenne. Je mehr man nein sagt, umso drängender strebt er ja an. Charaktereigenschaften halt. Anstrengende, sicher, aber kein Grund, ihn länger als unbedingt notwendig dort zu behalten. Außer ein schwieriger Charakter würde vor dem Amtsgericht als Wegsperrgrund eingeordnet werden.

PPPPS: Beweismittel A, die SLMSR

Weihnachten mit Unbekannten

​Vier sah mich immer wieder fragend an. „Ich kann nichts dafür!“ war jedes Mal meine Antwort. „Ich bin die Älteste, aber nicht verantwortlich“, legte ich bisweilen nach. 

Das Chaos kann man sich nicht ausdenken. All die Zusammenhänge kann man nicht erfinden. Und trotzdem sind die Geschichten so absurd, dass man sie nicht oder nur sehr schwer für wahrhaftig halten kann. Sechs schlug vor, den Stoff in eine Soap zu packen und an einen der nervigen und gern Soaps zeigenden Sender zu verkaufen. In echt jetzt? Das würde selbst denen zu weit hergeholt sein. Ausnahmslos jeder würde sich fragen, welcher Vollhonk das miese Drehbuch dazu verbrochen hätte.

Wie ich nun zu Drei fand wurde bekakelt, und sich nun ein Teil ans andere fügt. Wie Vier vor Jahren zu Drei fand – Austauscheltern hatte sie bekommen und offensichtlich sehr gute -, und weitere Geschichten, über die keiner nienicht wirklich sprach, außer eben leise flüsternd hinter verschlossenen Türen, den Teppich nur minimal anhebend, damit ja nichts rausschlüpfen konnte, was dann freigelassen und unkontrollierbar durchs Haus und schwebte. Gott bewahre!

Ich schnitt ein anderes, vorab mit Drei am Telefon bekakeltes Thema an.“Ne“, sagte Drei, „das hab ich mich nicht getraut Vier zu erzählen, das mach du man.“ Vier sah zwischen Drei und mir hin und her. Ich erzählte und wieder sah Vier mich mit diesem ungläubig fragenden Blick an. Ich zuckte diesmal nur mit den Schultern: „War halt so.“

Ach ja. Hier stelle man sich einen tiefen Seufzer vor. Vier stand vor mir und ich sah Thea. Keiner von uns sieht aus wie Thea. Ich habe sie beobachtet. Unablässlich. Die Mimik, das Kartoffelnäschen, das Lachen. Als stünde Oma vor mir. Ich sehe Vier gerne an, sie sieht angenehm vertraut aus und … nach Zuhause, irgendwie.

Ein Ausflug zum Meer auf der anderen Seite. Gestern meinte die Nordsee es gut mit mir und blieb, obgleich ich auch da war. Und wie sie blieb! Laut tosend schlug sie an Land und der Wind war stark genug, dass man sich in ihn legen konnte. Genau mein Wetter.
Ein Essen beim überteuerten sylter Fischkönig an einem Tisch für sechs, für fünf von acht plus einem Ableger. 

Später, wir landeten bei Drei, stand Wein auf dem Tisch. Ich lehnte ab. Zuhause wartete ein Fall schlimmer Männergrippe und heute stand für mich ein langer Tag mit Frau Stiefdings und dem alten Herrn an, dessen Delir sich bei ihm sauwohl fühlt und darum meint noch ein Weilchen länger bleiben zu müssen. Sechs fuhr wie ich zeitiger ab, aber für Zwei wurde die Schlafcouch bezogen. Ich erinnere mich nicht daran, dass Zwei jemals Wein getrunken hätte und hoffe für ihn, dass der Katzerich heute früh nicht zu groß war. „Lass uns bald eine Pyjamaparty mit allen nachholen“, sagte Drei zum Abschied.
Ich freue mich darauf..

Der vermeintlich lange Tag heute war dann  erstaunlich kurzweilig und erheiternd. So erheiternd, dass Frau Stiefdings am späten Abend noch eine Nachricht schickte: „Was ist schwarz, perforiert und hebt 160 Kilo?“ 

Aber das ist eine komplett andere Geschichte …

2016 so: Einer geht noch, einer geht noch rein …

Für mich war er der Einzige, der statt Freddy mit Queen die Bühne hätte rocken können. Und nein, last christmas wurde ich nicht leid. Irgendwie sind nicht wirklich viele meiner persönlichen Jugendhelden übrig geblieben … 2016 hat sie sich geholt. Also noch eine Münze für den Fährmann. Machs gut, George. Dies war dann wirklich dein „last christmas“.

Frau Stiefdings, ihr Mann und sein Vater

Frau Stiefdings ist round about zehn Jahre jünger als der alte Herr. Seit fast einem Vierteljahrhundert teilen sie mittlerweile Tisch, Bett und Nachnamen. Frau Stiefdings wird nicht müde von früher zu erzählen. Sie erzählt eigentlich jedes Mal von früher. Wie schön meine Mutter damals war, mit ihrer toupierten Hochsteckfrisur. So schlank und so schön und so fein ihre Mimik. Ich möchte erwähnen, dass ich nichts von all dem geerbt habe. Frau Stiefdings erzählt auch immer gerne, wie sie mich im Kinderwagen durch die Gegend schob. Da war sie selbst ein Teenager, knappe dreizehn Jahre alt. Ich muss im weltschönsten Kinderwagen überhaupt gelegen haben und ein ansehnliches Kind gewesen sein. Denn Frau Stiefdings suchte genau danach. Nur mit den allerhübschesten Kinderwagen mit den süßesten Babys darin wollte sie umherflanieren, und mit mir flanierte sie oft. Sie hat mich beknuddelt und abgeknutscht. Später dann Michel, der von alldem nichts wusste. Michel weiß generell erstaunlich wenig von früher. „Doch, Frau Stiefdings hat auch dich abgeleckt!“ Michel wollte es nicht glauben und fragte sofort bei der vermeintlich Abknutschenden nach. „Und wie ich das habe“, lachte sie.
Bei alldem hatte sie immer eineinhalb Augen auf den alten Herrn gerichtet. „Aber der war unerreichbar. Käthe war so viel schöner als ich, und ich war ohnehin viel zu jung, als dass der alte Herr mich überhaupt wahrgenommen hätte.“
Das änderte sich zwanzig Jahre, eine weitere gescheiterte Ehe und nochmal sechs Kinder später. Wobei sie meint, nur zweite Wahl zu sein: „Seine große Liebe bleibt Käthe.“ Ein Satz, der mich anhaltend irritiert und sich nicht setzen will, passt er doch in keines der Bilder. „Doch, doch. Er schwärmt noch heute von ihr.“
Hm.
Frau Stiefdings weiß mehr, als alle anderen. Und Frau Stiefdings erzählt mehr als alle anderen. Selbst die familiären Tabuthemen fallen ihr unbedacht aus dem wirklich nicht unhübschen, mich vor 45 Jahren abknutschenden Mund.
Sie erzählt auch von Opa. „Oh, den mochte ich auch so arg leiden. Der war so charmant und toll.“
Wäre da nicht die Tatsache, dass das früher, also ganz früher und vor meiner Zeit, anders war. Nichts, was ich nicht wüsste. Tabuthemen wurden bei uns manchmal hinter verschlossenen Türen in abgedunkelten Zimmern ausgegraben. So leise es irgend ging, aber ich hatte schon als Kind gute Ohren. Weswegen ich auch von Nummer Vier wusste. Nummer Vier ist so ein Hinterverschlossenertürgeheimnis. Auch wenn ich falsch gelauscht hatte, und Vier ein Mädchen und kein Junge ist. Dass ich Vier vernahm, bleibt aber Fakt. Frau Stiefdings ist in ihrem Element: „Richard hier, Richard da, aber Richard auch so und so.“
Es gibt Momente, da muss ich dann dichtmachen.
Liebe Frau Stiefdings, du weißt um all das, was sonst so war. Nimm mir bitte nicht das Stückchen heile Kindheit, das präsent ist. Ich selbst kenne nur den charmanten Richard. Einen anbetungswürdigen Richard, ohne all die Wenn und Aber.
Tja, und tags drauf dann schaut der alte Herr auf, blickt wieder zu Boden und sagt wie ein getretener Hund: „All das ist meine Schuld. Ich alleine habe alles kaputtgemacht. Es tut mir leid.“ Wer den alten Herrn kennt, weiß, dass das mehr ist, als man von ihm erwarten würde. Denn das erste „tut mir leid“, kam vor geraumer Zeit schon, und ich nahm es an, ohne jemals wieder das Gefühl zu haben, irgendwas aufrollen zu müssen. Das ist jetzt sein Ding.
Ich spreche später nochmal mit Frau Stiefdings. „Er ist kein schlechter Kerl“, sagt sie, „sondern auch nur ein Opfer seiner verkorksten Kindheit.“
Ich lege den Zeigefinger auf meine Lippen, zische ein Pscht, nicke ein „ich weiß“ und denke mit einem gleichermaßen warmen Gefühl an Opa Richard und an seinen Sohn.

Damit wäre Weihnachten dann auch wirklich gegessen

„13,03 €uro Nachzoll bekomme ich von dir“, sagte die Lieblingspostschaltertante, nachdem sie meinen Paketabholschein begutachtet hatte. Hätte ich da schon gewusst, was ich dafür bekommen sollte; der Zehner hätte nicht so arg an den Fingern geklebt.
2,2. In Worten: Zwei Komma zwei.
Was? Na, Kilogramm. Macht zweiundzwanzig Mal (umgerechnet in Standardtafeln) feinste Schokoladenparadiesschokolade. Elf verschiedene Sorten. Eine herrlicher anzusehen, als die andere. Ich würde sie glatt zum Kuscheln mit ins Bett nehmen wollen, gäbe das keine so schlimme Sauerei.

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Danke lieber Weihnachtsmann.
Ich bin dann mal … ahäm … beschäftigt.

Ringring

Sie so: „Er hat mir eine Sprachnachricht auf den Hausanschluss geschickt. Ich soll ihn in fünfzehn Minuten vom Bahnhof abholen. Was mach ich denn jetzt?“
Ich so: „Äh. Nein. Der kommt da nicht raus. Ruf da mal an, da macht einer dumme Späße.“
Sie also angerufen. Die Dame am anderen Ende der Leitung – ich wurde mit dem anderen Telefon zum Lauschen in die Leitung gequetscht und hörte: „Der schläft wie ein Stein, aber der Bettnachbar spielt mit dem Telefon.“
So hat Frau Stiefdings am Ende eines doofen Tages doch noch lachen können.
Ich muss mich da wohl bei ihm entschuldigen, wenn er wieder ansprechbar ist. Er war weder bockig noch ungezogen, sondern dabei etwas anderes zu entwickeln.  Etwas wenig witziges. Ich hoffe, dass der alte Herr das Delir jetzt wegschlafen kann und es am Ende nicht noch eine vaskuläre Demenz oder sowas wird.
Leben und so. Merkwürdiges kreuz und quer.
Also alter Herr. Hast du mal auf den Zeitmesser geguckt? Nun Aber! Du weißt ja, mit 66 Jahren und so …

 

 

 

 

Der Kampf mit der Wolke

Früher war alles besser, also vor itunes und Wolkenkram, war Musik hören leichter.

Oder wie das Liedgut dann vielleicht doch irgendwann mal auf meinem PC landet.
Ob es das tun wird, weiß der Geier. Zumindest wird es dann ein harter Kampf gewesen sein.
Der Kapitän hat sie alle. Seine und meine. Ich sollte sie nun auch bekommen, aber itunes hat mir einen langen Finger gezeigt. Ich dann so: Aber ich bin doch berechtigt, schließlich habe ich gut die Hälfte davon bezahlt. Das schert itunes allerdings einen feuchten Kehricht und machte so: „Sie haben das schon auf allen möglichen Endgeräten installiert, das reicht.“
Dann kam die Sache mit der Wolke und sollte die Lösung sein. Ob das nun auch Wolke heißt…  was weiß denn ich. Zumindest suche ich nach ihr. Der Kapitän hat dafür bezahlt, dass ich die Wolke auf meinem Laptop in meinem itunes sehen kann, damit ich seine und meine Musik auch hören kann, und nicht – wie bisher und anhaltend – nur tonlos bunte Cover betrachten muss.
Wobei Letzteres, wenn man das nebenher macht, während man die Wolken sucht, eine spannende Sache ist, zu der man sicher eine interessante psychologische Studie aufstellen kann.
Ich überlege gerade, wer wohl für welches Album verantwortlich war – einiges überschneidet sich in der Tat -, wie es dazu kam, und warum da so überhaupt kein Faden zu erkennen ist. Das eine oder andere erkenne ich wieder und meine, es irgendwann mal im Einkaufswagen gehabt zu haben. Wobei ich wiederum davon das eine oder andere gerne abstreiten und dem Kapitän in die Schuhe schieben möchte.
Entweder hat einer von uns – oder beide – gar keinen Geschmack, oder einen sehr breitgefächerten, oder aber er oder ich oder wir beide sind schizophren. Das geht irgendwie alles nicht zusammen. So gar gar nicht.

 

Warum das Gleiche nicht dasselbe ist

hrk

Ich war zeitig da und hatte wieder den besten aller Plätze. Wieder direkt vor dem Flügel.
Vor einem Jahr, war es anders. Der Faden, der durchs Programm führte, war seichter. So man bei dem Herrn von seicht reden kann. Ein Programm, eine Show, aber an das Zeitgeschehen angepasst. Andere Lieder, andere Texte. Gestern Abend war er kritischer. Sprach von der NSAfD, von der er sich wünschen würde, sie abwählen zu können, so sie jemals an die Regierung käme. Er sprach von Hetze und Hass. Aber auch davon, dass sich ein dummes Volk halt leicht regieren ließe. Er watsche die Regierung ebenso ab, wie Volk und Völkchen. Alle bekamen ihr fett weg, wenn auch die Rechten das meiste. Auch ein gewisser Herr „John“ Trump aus den Vereinigten Staaten bekam das Meerschweinchen gefettet. Darum war die Stimmung anders als beim letzten Mal, aber trotzdem gut. Mir hat es gefallen, hatte ich doch gehofft, dass Kunze den Kunze gibt, seine aktuellen Gedanken einfließen lässt und nicht einfach nur plump das Programm abspult.
Zum Thema passend fehlte auch dies alte Stück nicht, das heute deutlich mehr Bedeutung hat, als 1999.

Für mich ist und bleibt HRK der Meister des Wortes. Das er zu biegen weiß, wie kaum ein zweiter. Wenn ich es nur ansatzweise so könnte … und wenn ich mir sein Pensum für dieses Jahr ansehe – zwei Alben, ein Buch, zwei parallel laufende Touren -; wann schläft der Mann?

Edit: Ergänzend dazu die Kritik aus der SHZ. Stimmig.