Archiv für den Monat September 2015

Nachts ist es dunkler als draußen

Und hier besonders. Keine Laterne, nichts.
Die Sache mit dem Blutmond. Als er gestern aufging, dachte ich nur an eines. Eine schlaflose Vollmondnacht. Rund und hell glotze er durch die Fenster. Entgegen der sonstigen Gewohnheiten, schlief ich früh ein und durch bis vier Uhr. Erklältungen sind stärker als es eine vollmondbedingte Schlaflosigkeit sein könnte.
Wenn man dann früh wach ist, und an den Mond denkt, der heute füh ja besonders aussehen sollte, kann man auch rausgehen und gucken. Da kommt der Bärenarsch zum tragen, und die mit seinem Inneren verglichene Dunkelheit. Ich ging raus und sah erstmal nichts. Gar nichts außer Schwärze und glitzernde Punkte am Himmel. Also zurück, die Totschlägertaschenlampe (die wiegt bestimmt zwei Kilo und geht als Waffe durch) holen und den Mond suchen. Da er über dem Meer aufgeht, muss er zwangsläufig über dem Gut untergehen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere? Zu jeder vollen Stunde ertönt Glockengeläut, es gibt hier sehr viele Tiere, die nachts sehr unheimliche Geräusche machen, und dann ist da ja noch die Sache mit dem auf dem Feld stehenden Grabstein. Ein Ort, der einem schon am hellerlichten Tag eine Gänsehaut bescheren kann. Also entschied ich mich (Totschlägertaschenlampen beruhigen einsame Frauen in dunklen Blutmondnächten nicht wirklich) dazu, auf der Straße zu bleiben und das Gut zu umgehen. Für mich um vier Uhr in der Früh das kleinere Übel.
Was soll ich sagen. Er war rund und rot. Ich habe ihn mir etwas tiefer rot vorgestellt, und nicht nur wie den üblichen Marsmond. Okay, Marsmond mit Schatten. Irgendwas lässt den Mond über dem Meer nämlich immer rötlich erscheinen und dafür hätte es sich nun wirklich nicht gelohnt das eigene Leben zu riskieren … Darum ist es auch nicht schlimm, dass das Stativ unauffindbar war, und es nur ein Mondfoto aus der Sicht eines Betrunkenen gibt.

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Miamas, oder auf Frau Lindgrens Spuren

Sollte der Kapitän es nicht schaffen, seinen neuen Roman (ich kenne bisher nur drei Szenen, aber die sind der Oberhammer … ) dies Jahr zum Ende zu bringen, habe ich Ersatz für mein Buch des Jahres 2015 gefunden.
Nachdem Frederik Backman mich mit „Ein Mann namens Ove“ schon von sich überzeugt hatte, setzt er mit „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ einen obendrauf. Ich habe es noch nicht ganz durch, aber so etwas Süßes, Phantasievolles und Herzenswarmes … hach!
Geil!

Und es geht doch!

Ich bin ja gleichermaßen blond, wie blöd.
Trotzdem mach ich mir so meine Gedanken. Einer davon dreht sich um den Leerstand von Geschäftsflächen in Kappeln. Wer Kappeln kennt, weiß, wie wenig es davon gibt, und mal eben über den Daumen gepeilt, steht ein gutes Viertel leer. Die komplette Passage beispielsweise, und rundherum jede Menge kleiner Läden.
Junge Unternehmer können sich die Mieten nicht leisten, zumal man wirklich gute Ideen haben muss, wenn man weiß, dass hier nur innerhalb der Saison Umsatz zu machen ist. Die Eigentümer haben es nicht nötig mit den Mieten runterzugehen und lassen lieber alles – wie gehabt – leerstehen.
Unzählige Male haben wir darüher diskutiert. Und meine blondblöde Meinung dazu war immer, dass die Gemeinde da mal auf den Plan gerufen werden müsste. Sprich, man gemeinsam mit den Eigentümern ein Konzept entwickeln müsste. Jeder in Kappeln verbliebene Euro ist schließlich ein guter, der Stadt zuträglich und man schafft nebenbei Arbeitsplätze … (Wobei das ein ganz eigenes Thema ist. Was hier an Personal gesucht wird, weil keiner Sonntags arbeiten will … Boah!)
Ja, ich denke da ganz schlicht und nur geradeaus. Ich finde es einfach schade.
Sowas, bekam ich schon zu hören, sei nicht umsetzbar. Hier nicht und generell sei es auch eher utopisch von mir gedacht. Und dazu … wer sollte an einem solchen Konzept auch Interesse haben?
Und dann sitze ich eben, und was sehe ich im Fernsehen? In Hamburg Wilhelmsburg wird genau das umgesetzt, was ich hier predige. Und die Wilhelmsburger Hauseigner setzen da sogar noch einen obendrauf, indem sie Jungunternehmern und Künstlern ihre Geschäftsräume (zumindest temporär) kostenfrei zu Verfügung stellen.
Der Nächste, der mich Träumer nennt, den schick ich aufs hansatische Eiland!

Soll und ist

Mein heutiges Horoskop besagt, ich würde vor mich hinglänzen, mein Esprit, Tatendrang und Ideenreichtum kämen an, und zu allem Überfluss sähe ich auch noch gut aus dabei.
Mein Tatendrang beschränkt sich darauf, abzuarbeiten, was die Chefin mir auftrug, mein Esprit schaffte es mit Gewalt bis zur Kaffeemaschine, mein Ideenreichtum wird vom Zeitmangel unterdrückt und spätestens nach dem Blick in den Spiegel wird klar, dass ich im falschen Sternzeichen geboren bin.